Wirtschaft und Arbeit

Der wirtschaftliche Wandel der letzten Jahrzehnte ist geprägt von zwei grossen Entwicklungen: zum einen im Bereich der Arbeitswelt, zum andern im Bereich der Migration.

Der Wandel in der Arbeitswelt

Der Wandel in der Arbeitswelt ist durch eine Reihe von Veränderungen gekennzeichnet, die als Globalisierung, als Digitalisierung oder als Entwicklung hin zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft beschrieben werden.

Globale Entwicklungen beeinflussen den Arbeitsmarkt weit stärker als die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die von einzelnen Staaten gesetzt werden. Die Verschiebung der Produktion von Gütern oder von Dienstleistungen in Länder, in denen Lohn- und Produktionskosten tief sind, bringt es mit sich, dass diverse Arbeitsbereiche in den eher wohlhabenderen Staaten, wo ein hohes Lohnniveau existiert, nach und nach verschwinden. Die genannten Veränderungen treffen auch für die Schweiz zu. Sowohl Grosskonzerne wie auch kleine und mittlere Unternehmen – die KMU bilden nach wie vor das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft – richten sich zunehmend international aus und müssen ihre Produktionsbedingungen daran orientieren.

Eine weitere wichtige Entwicklung betrifft die Digitalisierung: Zahlreiche Arbeitsprozesse werden automatisiert. Die menschliche Arbeitskraft wird durch Maschinen ersetzt – eine Entwicklung, die immer mehr Wirtschaftsbereiche erfasst. Viele Arbeiten fallen aus diesen Gründen weg. Andere Berufsfelder im Tieflohnbereich, welche die Präsenz eines Menschen erfordern, bleiben hingegen bestehen; zum Teil kommen auch neue hinzu.

Entwicklungen hin zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft bringen es mit sich, dass die Anforderungen bei vielen Tätigkeiten steigen: Mehr und höhere Qualifikationen, vernetztes Denken, Flexibilität und Kreativität sind gefragt. Vor dem Hintergrund der demographischen Alterung führen die tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaft zu einer erhöhten Nachfrage nach qualifizierten Berufsleuten, die weiterhin die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland bedingt.

Der Wandel im Bereich der Migration

Die Zahl der mobilen Menschen steigt, die Formen von Migration und Mobilität werden heterogener und vielfältiger. Das wirkt sich auf die Zusammensetzung der Gesellschaft aus, die immer pluralistischer wird.

Heute kommt ungefähr jeder zweite Einwandernde aus beruflichen Gründen in die Schweiz, das heisst, weil er oder sie eine Arbeitsstelle gefunden hat. Davon ist wiederum rund die Hälfte «hochqualifiziert», verfügt also über eine tertiäre Bildung. Die andere Hälfte teilt sich auf in Menschen, die als Angehörige im Familiennachzug einreisen, die als Studierende oder die als Asylsuchende in die Schweiz kommen. Die Zunahme dieser Formen der Migration ist eine eher neue Entwicklung und steht im Gegensatz zu derjenigen im letzten Jahrhundert, die hauptsächlich «arbeitsmarktgesteuert» war. Eine beträchtliche Zahl an Menschen kommt auch ausschliesslich in die Schweiz, um hier zu arbeiten, der Wohnsitz befindet sich aber ausserhalb des Landes.

Viele der Menschen, die in den letzten Jahrzehnten im Zeichen der klassischen industriellen Produktion ins Land gekommen sind, um wenig qualifizierte Arbeiten in der Industrie, auf dem Bau oder in Gastronomie und Tourismus aufzunehmen, verfügen noch mehrheitlich über eine Anstellung. Für die gestiegenen Anforderungen in der Wirtschaft werden sie allerdings zusätzliche Ausbildungen benötigen.

Für Personen, die nicht aus beruflichen Gründen in die Schweiz einwandern, ist es besonders wichtig, dass sie den Zugang zum Arbeitsmarkt finden und sich dafür qualifizieren können. Sie verfügen zwar häufig über Potenziale, können diese aber oftmals nicht einsetzen, weil die Anerkennung der Diplome oder ergänzende Ausbildungsmöglichkeiten fehlen.

Der Wandel in der Wirtschaft und im Bereich der Migration ist eine grosse Herausforderung für die Sozialwerke. Menschen mit ungenügender Arbeitsmarktfähigkeit laufen Gefahr, von der Sozialhilfe abhängig zu werden. Dies kann negative Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt haben, weshalb ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden muss, dass für jene Personen berufliche Perspektiven geschaffen werden.

Materialien

Veranstaltungen

nach oben Letzte Änderung 15.06.2018