Asylpolitik

Im Jahr 2017 waren weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon blieben rund 40 Millionen als Binnenvertriebene im eigenen Land und gelten nicht als Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951. Von den 25,4 Millionen Menschen, die ihr Land auf der Flucht verlassen haben, haben zirka 3,1 Millionen ein Asylgesuch gestellt. Die Hauptlast trägt immer die nähere Umgebung. Mehr als 85 Prozent der Vertriebenen werden von Schwellen- und Entwicklungsländern aufgenommen, beispielsweise der Türkei, Pakistan, Libanon, Kenia etc. Mehr als die Hälfte der Vertriebenen sind Kinder oder Jugendliche, und rund die Hälfte der Flüchtenden kamen 2017 aus Syrien, Afghanistan und Südsudan. Vertriebene leben heute durchschnittlich über 17 Jahre in unstabilen und prekären Situationen, bevor sie eine nachhaltige Lösung finden.

Nur ein Bruchteil der Personen auf der Flucht gelangt nach Europa und schliesslich in das Binnenland Schweiz. 1,3 Millionen Menschen ersuchten 2016 in Europa um Asyl, 2017 waren es wesentlich weniger, rund 170 000. Die Schliessung der Balkanroute für die tolerierte Migration sowie der Abmachung der EU mit der Türkei ab Frühling 2016 führte zu einem Rückgang der irregulären Migration nach Europa. Seit Mitte 2017 kommt hinzu, dass die libysche Küstenwache – nach einer Vereinbarung mit Italien – rigoros gegen Flüchtlingsboote vorgeht. Damit gibt es auch einen deutlichen Rückgang der Migration über die zentrale Mittelmeerroute. Dies wirkt sich auch auf die Schweiz aus. 2016 sind die Asylgesuchzahlen mit 27 207 Gesuchen im Vergleich zum Vorjahr um 31% gesunken; dieser Trend setzte sich 2017 fort mit 18 088 Asylgesuchen. Der Rückgang der Asylgesuche in der Schweiz lässt sich unter anderem auch damit erklären, dass Asylsuchende die Schweiz vermehrt als Transitland und nicht als Zielland wahrnehmen.

Zahlenmässig machen Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen zusammen nur knapp ein Prozent der Gesamtbevölkerung der Schweiz aus, trotzdem geniesst das Thema Asyl grosse mediale und politische Aufmerksamkeit.

Letzte Änderung 01.06.2020

Zum Seitenanfang