Anliegen und Bedürfnisse älterer Migrantinnen und Migranten besser beachten

Medienmitteilungen, EKM, 18.12.2012

In der Vergangenheit war die ältere Migrationsbevölkerung weder im Bereich der Integration noch bei der Altersarbeit ein Thema. Der Fokus der Integrationsförderung lag nicht bei den Seniorinnen und Senioren, und die Altersarbeit und Alterspolitik interessierte sich nur am Rand für Migrantinnen und Migranten. Wie eine neue Studie, herausgegeben von der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen EKM und dem Nationalen Forum Alter und Migration, aufzeigt, werden die Anliegen und Bedürfnisse der älteren Migrationsbevölkerung bald an Bedeutung gewinnen.

Die ausländische Bevölkerung der Schweiz ist im Durchschnitt jünger als die einheimische. Aber bereits ein Fünftel der über 65-Jährigen ist nicht in der Schweiz geboren. Viele von ihnen kamen als «Saisonniers» in die Schweiz, sind sesshaft geworden und verbringen nun auch ihr Alter hier, in der Nähe ihrer Kinder und Grosskinder. Laut Bundesamt für Statistik wird die Zahl der ausländischen Staatsbürger über 65 Jahre von heute 135 000 bis ins Jahr 2020 auf 191 000 Personen ansteigen. Angenommen, das Verhältnis von ausländischen Staatsangehörigen und Eingebürgerten (zurzeit 50 zu 50 bei den über 65-Jährigen) verändert sich nicht, dürften 2020 rund 400 000 ältere Menschen mit Migrationserfahrung in der Schweiz leben. Was sind die Anliegen und Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppe? Wie kann sich die Altersbetreuung und -pflege besser auf diese Gruppe vorbereiten? Auf diese und viele weitere Fragen hat die neue Studie «Und so sind wir geblieben … Ältere Migrantinnen und Migranten in der Schweiz» Antworten gesucht. Sie wurde von Hildegard Hungerbühler und Corinna Bisegger im Auftrag der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen und des Nationalen Forums Alter und Migration verfasst.

Auf Grundlage der Studie hat eine Arbeitsgruppe Empfehlungen zum «Altern in der Migration» erarbeitet. Demnach sind zum Beispiel Bund, Kantone und Gemeinden gefordert, ihre Information zu altersrelevanten Fragen so zu verbessern, dass sie alle älteren Menschen verstehen. Weil die gesundheitliche Situation älterer Migrantinnen und Migranten tendenziell schlechter ist als jene der Gesamtbevölkerung, sind verschiedene Bundesstellen aufgefordert, Massnahmen zu ergreifen, damit die gesundheitliche und soziale Situation der älteren zugewanderten Bevölkerung verbessert werden kann. Während viele der 65- bis 80-Jährigen selbstbestimmt und aktiv ihre Leben gestalten können, sind die meisten Personen im hohen Alter auf Pflege und Begleitung angewiesen. Institutionen der ambulanten und stationären Altersbetreuung und -pflege müssen deshalb den chancengleichen Zugang zu allen Dienstleistungen für alle Pflegebedürftigen gewährleisten und auch den speziellen Bedürfnissen der älteren zugewanderten Bevölkerung Rechnung tragen.

 

Materialien

«Und so sind wir geblieben...»

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Altern in der Migration

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