Integration von Zugezogenen: Das Zusammenleben in den Mittelpunkt stellen

Wie leben wir besser zusammen? Antworten auf diese Frage suchten rund 130 Vertreterinnen und Vertreter von kantonalen Ausländer- und Integrationskommissionen und weitere Fachleute am Donnerstag in Freiburg. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Ansätze: speziell auf Ausländerinnen und Ausländer zugeschnittene Programme, Projekte und Anlaufstellen einerseits; und ein eher gesamtheitlicher Ansatz andererseits, der eine Verbesserung des Zusammenlebens über Projekte und Programme anstrebt, die sich an alle Bewohner richten. Erfahrungen aus unterschiedlichen Projekten wurden an der Tagung ausgetauscht.

«Sind Sie in St.Margrethen integriert?» Diese Frage stellte eine TV-Journalistin einigen jungen Leuten in einem Rundschau-Beitrag. Sie konnten mit der Frage nichts anfangen, kennen das Wort «Integration» nicht, obwohl sie gut deutsch sprechen. Diese Szene aus der Rundschau-Sendung löste an der Veranstaltung eine interessante Diskussion aus. Denn die jungen Leute sind im Rheintal aufgewachsen, den meisten gefällt es dort. Vielleicht hätte man sie fragen sollen, wie viele Schweizer Freunde sie haben, in welchen Vereinen sie mitmachen. An diesem Punkt will denn auch die Gemeinde St.Margrethen mit ihrem Projekt «mitenand statt nebetenand», das von der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen unterstützt wird, ansetzen: Quartiere aufwerten, Vereine öffnen, Frühförderung sind einige der Massnahmen. Als Grundsatz gilt «fordern und fördern».

Das Zusammenleben von allen, nicht die Integration von Ausländern, steht im Mittelpunkt des zweiten Projekt, das am Treffen der Kommissionen vorgestellt wurde. Die innovative Jugend- und Quartierarbeit von «Marly sympa», die 2009 den Schweizer Integrationspreis gewonnen hat. Bei der Vorstellung dieser Arbeit wurde auch klar, was mehrere Teilnehmende betonten: Diese Arbeit, diese Projekte brauchen Zeit. In Marly wurde sie vor 25 Jahren begonnen. Und sie kann nicht nur von den Behörden und den Jugendarbeitern getragen werden. «Jede Bürgerin, jeder Bürger kann hier aktiv werden», lautet ein Grundsatz des «Esprit Marly sympa». Die Gemeinde organisiert sogar entsprechende Ausbildungen für Private, die sich vermehrt für das friedliche Zusammenleben engagieren wollen.

Professionelle Verstärkung in der Integrationsarbeit erhält in naher Zukunft auch die Stadt Freiburg. Stadtpräsident Pierre-Alain Clément kündigte am Kommissionentreffen die Schaffung einer städtischen Integrationsstelle an. Er hoffe, dass das Büro bald auch für die ganze Agglomeration arbeiten könne.

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Letzte Änderung 11.06.2010

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