Infothek

Diese Website ergänzt die «Infothek» in der Zeitschrift terra cognita. In der Infothek finden sich laufend Hinweise auf neue Publikationen zu den vielfältigen Themen rund um Migration. Neue Fachbücher, Berichte und Studien, aber auch Romane und Filme, die einen Bezug zur Schweiz haben, werden hier vorgestellt.

 

Tu parles bien français pour une Italienne!

marra2018

Cet essai et ses illustrations mettent en exergue les mille façons d’être Suisse. Dans un pays qui a décidé que seuls les riches et les bien-formés pouvaient demander la nationalité, plusieurs questions sont posées : est-on Suisse de souche à partir de quand?

Ada Marra
Tu parles bien français pour une Italienne!

Dem Krieg entronnen. Begegnungen mit Syrern auf der Flucht

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Vier Jahre lang hat Olivier Kugler vom Irak bis nach England im Auftrag von Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) syrische Flüchtlinge getroffen, interviewt und gezeichnet, zuerst im Flüchtlingslager Domiz im Nordirak, dann auf der griechischen Insel Kos, später im sogenannten Dschungel in Calais und schließlich in Großbritannien und Deutschland.

Oliver Kugler
Dem Krieg entronnen. Begegnungen mit Syrern auf der Flucht

Migration und Berufsbildung in der Schweiz

engelage2018

Migrantinnen und Migranten gelten in Bezug auf Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg ebenso wie auf Erwerbsbeteiligung und Erwerbserfolg als vulnerable Gruppe. Dabei gibt es in jeder Gruppierung je nach Herkunftsland, Bildungsaspiration und Bleibewahrscheinlichkeit andere Muster und Bedürfnisse. DAs Buch analysiert Bildungswahl und Bildungswege von Migrantinnen und Migranten ebenso wie deren Eintritt in den Arbeitsmarkt und deren Karriereverlauf. Eine grosse Herausforderung ist aktuell der Umgang mit jungen Flüchtlingen in der Schweiz, deren Integration in die Berufsbildung und in den Arbeitsmarkt für die Schweiz eine Chance sein kann, aber auch mit besonderen Risiken behaftet ist. Für ältere Migrantinnen und Migranten gelten andere Bedingungen, insbesondere die Anerkennung von Abschlüssen, Kompetenzen und Berufserfahrungen spielen hier eine wichtige Rolle.

Ziel des Buches ist es, einen Überblick über den Forschungsstand im Bereich Migration und Berufsbildung mit Fokus auf die Situation in der Schweiz zu geben. Dabei werden Themen wie die Geschichte der Migration in der Schweiz, Sprachkompetenzen, Lernkultur, Schule und Lehrpersonen sowie Bildungs- und Berufsverläufe aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und Aspekte erfolgreicher Integration identifiziert.

Sonja Engelage
Migration und Berufsbildung in der Schweiz

Wir und die anderen: Nationalismus

caritas2018

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst in der Schweiz. Dabei verschärft sich die Lage sozial schwacher Gruppen zusehends, sowohl in finanzieller als auch in sozialer Hinsicht. Welches sind die Folgen der sozialen Polarisierung? Leistet sie rechtspopulistischen und nationalistischen Positionen Vorschub, und wie verändert sie die Gesellschaft?

Die Reflexionen zu diesen Fragen bilden den thematischen Schwerpunkt des Sozialalmanachs 2018. Die Autorinnen und Autoren des thematischen Schwerpunkts «Wir und die Anderen: Nationalismus» untersuchen die wachsende Popularität rechtspopulistischer Positionen aus verschiedenen Perspektiven. Ihr besonderes Augenmerk gilt dem Zusammenhang zwischen dem Nationalismus sowie wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen. So interessieren im Sozialalmanach 2018 weniger der psychologische oder sozialanthropologische Ansatz als soziale, wirtschaftliche und politische Faktoren, welche derzeit das Erstarken von nationalistischen und rechtspopulistischen Positionen und Parteien begünstigen, fördern oder, im Umkehrschluss, verhindern. 

Caritas Schweiz (Hg.)
Sozialalmanach 2018 «Wir und die anderen: Nationalismus»

Breve storia dell'emigrazione italiana in Svizzera

Ricciardi2018

«Nel Mondiale giocato in Brasile nel 2014, la Svizzera è stata la nazionale più cosmopolita. Paradossalmente, la nazionale elvetica è diventata la più internazionale del mondo, proprio qualche mese dopo il 9 febbraio del 2014. Quando, per una manciata di voti, passò, per la prima volta nella sua lunga e travagliata storia di impulsi anti-stranieri, l’iniziativa contro l’immigrazione di massa che fece tremare le cancellerie di mezza Europa e funse da modello per i fautori della Brexit». 

Toni Ricciardi
Breve storia dell'emigrazione italiana in Svizzera

Fremdsein im Krieg. Die Schweiz als Ausgangs- und Zielort von Migration, 1914–1918

Huber2018

Der Erste Weltkrieg hatte einen Strukturbruch in der Migrationsgeschichte Europas zur Folge. Ab 1914 wurden transnationale Wanderungsbewegungen immer stärker durch politische Entwicklungen und staat­liche Rahmenbedingungen ausgelöst und reglementiert. Von diesen Entwicklungen war auch die mitten in Europa liegende Schweiz betroffen. Der neutrale Kleinstaat wurde vermehrt zum Zufluchtsort für ausländische Deserteure, politische Emi­grantinnen und Emigranten sowie zivile Flüchtlinge. Zur gleichen Zeit wurden im Ausland lebende Schweizerinnen und Schweizer als «feind­liche Ausländer» ausgewiesen, verhaftet oder in Lagern interniert.

Anja Huber
Fremdsein im Krieg. Die Schweiz als Ausgangs- und Zielort von Migration, 1914–1918

Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart

Oltmer2018

Migration, Flucht, Asyl: Die Themen sind allgegenwärtig. Mit der Einordnung der Phänomene aber tut sich die Debatte schwer, auch weil sie geschichtsblind agiert und übersieht, dass sich die Gegenwart der Migration nur durch den Blick auf lange Linien des Wandels weltweiter Wanderungen erklären lässt. Migration bildete von Beginn der Geschichte der Menschheit an ein zentrales Element gesellschaftlicher Veränderung. Ein Mythos ist auch die Auffassung, in der Vergangenheit sei Migration ein linearer Prozess gewesen – von der dauerhaften Abwanderung aus einem Raum zur dauerhaften Einwanderung in einen anderen: Rückwanderungen, Formen zirkulärer Migration und Fluktuationen kennzeichnen die lokalen, regionalen und globalen Wanderungsverhältnisse in der Vergangenheit wie in der Gegenwart. Welche Faktoren aber bedingen Migration und Flucht und von welchen Folgen und Effekten ist auszugehen? Antworten auf diese grundlegenden Fragen bietet das neue Buch des Migrations-Experten Jochen Oltmer. 

Jochen Oltmer
Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart

Migration macht Schule. Bildung und Berufsqualifikation von und für Italienerinnen und Italiener in Zürich, 1960–1980

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Die italienischen Arbeiterinnen und Arbeiter, die nach 1945 in die Schweiz geholt wurden, begannen sich nach 1964 für die Bildung zu engagieren. Sie initiierten ein differenziertes Angebot an allgemeiner und beruflicher Weiterbildung und bauten schulergänzende Betreuung und Unterstützung für ihre Kinder auf. Ebenso diskutierten sie Berufsqualifikation und Schulbildung in der Emigration und brachten sich in bildungspolitische Debatten in der Schweiz ein.

Philipp Eigenmann legt dar, wie die Zugewanderten ihre päda­gogischen Bestrebungen trotz der damaligen restriktiven Haltung gegenüber ausländischen Arbeitskräften umsetzten. Mit ihren Aktivitäten verfolgten die Migrantinnen und Migranten verschiedene Ziele. Einerseits zielten sie mit den von ihnen gegründeten italienischen Weiterbildungsorganisationen auf einen besseren Arbeitszugang wie auch auf eine Demokratisierung von Bildungs- und Arbeitswelt. Andererseits zeigen die damaligen kontroversen Diskussionen darüber, ob die Kinder der Zugewanderten besser italienische Schulen oder die öffentlichen Regelklassen besuchen sollten, wie die unklare Bleibeperspektive den Umgang mit Bildung strukturierte. Die Untersuchung nutzt Quellen italienischer Emigrationsorganisationen aus dem Raum Zürich und wirft einen neuen Blick auf die Geschichte der Migration.

Philipp Eigenmann
Migration macht Schule. Bildung und Berufsqualifikation von und für Italienerinnen und Italiener in Zürich, 1960–1980

Lehrer_in, Migration und Differenz. Fragen der Zugehörigkeit bei Grundschullehrer_innen der zweiten Einwanderungsgeneration in der Schweiz

Mantel2018

Lehrpersonen sind nicht nur herausgefordert, anerkennend mit sozialen Differenzen und Zugehörigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler umzugehen – sie sind auch selbst in soziale Grenzziehungsprozesse involviert und machen mitunter eigene Erfahrungen von Begrenzung oder prekarisierter Zugehörigkeit.

Carola Mantel rekonstruiert, inwiefern diese Erfahrungen lebens- und berufsgeschichtlich prägend sind und wie Lehrende daraus Orientierungsmuster für ihr pädagogisches Handeln ableiten. Sie identifiziert vier idealtypische Zusammenhangsstrukturen bei Primarlehrpersonen der zweiten Einwanderungsgeneration in der deutschsprachigen Schweiz.

Carola Mantel
Lehrer_in, Migration und Differenz. Fragen der Zugehörigkeit bei Grundschullehrer_innen der zweiten Einwanderungsgeneration in der Schweiz

Die Wunschplatane

Yesiloz2018

Der Ich-Erzähler ist Schriftsteller und reist in ein Schweizer Städtchen, um eine Schulklasse eine Woche lang in kreativem Schreiben zu unterrichten. Im einzigen Kebabladen des Orts trifft er Safir, den Wirt. Die zwei pflegen ihre Sehnsucht nach dem Dorf, erzählen sich Geschichten, und allmählich erfährt der Erzähler Safirs Geschichte. Safir und seine Frau Narin hatten einst die Homosexualität ihres Sohnes Beyto nicht akzeptieren wollen und ihn im Heimatdorf überraschend mit einer Cousine verheiratet. Aber Beyto hat sich aus dem für ihn vorgesehenen Leben abgesetzt und lebt heute in London.

Verschiedene Erzählebenen flechten sich ineinander. Geduldig hört der Erzähler zu, wie Safir gelernt hat, mit der Homosexualität seines Sohnes zu leben, und er hat ein Ohr für seine emanzipierte B & B-Gastgeberin Regine Dalcher, die ihr Leben ganz auf ihren behinderten Bruder ausgerichtet hat. Behutsam begleitet er die Schüler in ihren Versuchen, mit ersten Texten dem eigenen Leben Ausdruck zu geben.

Als der Erzähler wieder nach Hause reist, schickt ihm Safir eine SMS nach: «Wenn du meine Geschichte schreiben willst, stell sie so dar, als wäre sie auch deine eigene.»

Yusuf Yeşilöz
Die Wunschplatane

Postmigrantische Balkanbilder. Ästhetische Praxis und digitale Kommunikation im jugendkulturellen Alltag

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Im Social Web inszenieren Jugendliche eine gemeinsame Herkunft aus den westlichen Balkanstaaten auf vielfältige Art. Dabei entstehen Fotografien und Collagenbilder, über welche stereotype Vorstellungen des «Balkanischen» verhandelt werden. Das Buch gibt Einblick in die Medienwelten postmigrantischer Jugendkulturen im deutschsprachigen Europa, vor allem in der Schweiz. Anhand zahlreicher Beispiele wird gezeigt, wie Vorstellungen von Ethnizität und Herkunft im Umgang mit digitaler Fotografie und Online-Kommunikation angeeignet, aber auch reproduziert werden. Im Zentrum stehen die intermedialen Praktiken, durch welche Symbole und Narrative aus Jugend- und Populärkultur sowie aus nationalen Diskursen zu neuen Erzählungen des «Balkanisch-Seins» verwoben werden. Dabei geht es immer auch um die Ambivalenz von kreativer Anrufung und sozialer Ermächtigung in Prozessen gesellschaftlicher Ästhetisierung. 

Christian Ritter
Postmigrantische Balkanbilder. Ästhetische Praxis und digitale Kommunikation im jugendkulturellen Alltag

Unterwegs. Das bin ich. Das kann ich. Da will ich hin.

Buehler2018

Das Lehrmittel für Jugendliche und junge Erwachsene mit Flucht- oder Migrationshintergrund umfasst ein Arbeitsbuch für Lernende und einen didaktischen Kommentar für Lehrpersonen. Den Mittelpunkt bildet das Arbeitsbuch, das sich mit den Themen überfachliche Kompetenzen (Life Skills), Berufswahlorientierung und Spracherwerb Deutsch befasst. Es ist in einer einfachen, verständlichen Sprache geschrieben und mit zahlreichen unterstützenden Illustrationen versehen. Der modulare Aufbau ermöglicht einen flexiblen Einsatz. Das Arbeitsbuch gliedert sich in sechs Module mit je vier Kernaufgaben. Diese lassen sich auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus bearbeiten und vertiefen. Sie fordern dazu auf, ein Problem zu lösen, ein Produkt zu gestalten und sich darüber auszutauschen. Ziel des Lehrmittels ist es, die jungen Menschen auf den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.

Das Arbeitsbuch wird von einem didaktischen Kommentar begleitet. Dieser bietet Erläuterungen, wie die Aufträge der Heterogenität der Lerngruppe entsprechend angepasst, bearbeitet und erweitert werden können. Er eignet sich auch für Unterrichtende ohne pädagogische Ausbildung.
 

Georg Bühler-Garcia, Gisela Bürki, Wiltrud Weidinger
Unterwegs. Das bin ich. Das kann ich. Da will ich hin.

Blind im Wandel. Ein Nationalstaat in der Sackgasse.

klatt2018

Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative 2014 war kein «Betriebsunfall», der inzwischen wieder «repariert» werden konnte. Vielmehr steckt die Schweiz in einer europapolitischen Sackgasse, aus der sie nicht so rasch einen Ausweg finden wird. Die Abschottung der Schweiz nach aussen hat viel früher begonnen und ist bereits im politischen System des Landes angelegt. Die «Direkte Demokratie», einst zur Einbindung von Minderheiten erfunden, wird immer mehr zu einem Instrument der Ausgrenzung. Die weltoffene, dynamische Schweiz, die den Grossteil unseres Wohlstandes erwirtschaftet, gerät zunehmend in Bedrängnis. Die Schweiz braucht eine politische Öffnung nach aussen und einen «New Deal» nach innen: Die Globalisierungsgewinner müssen denen, die Angst vor einer Öffnung haben, eine Perspektive jenseits der Abschottung bieten.

Steffen Klatt
Blind im Wandel. Ein Nationalstaat in der Sackgasse.

Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.

holenstein2018

Migration ist eine historische Normalität. Schon die frühen Besiedlungen der Schweiz am Ende der letzten Eiszeit waren das Ergebnis von Wanderungen. Die eidgenössischen Söldner der Frühen Neuzeit machten Migration zu einem Massenphänomen. Menschen unterwegs haben das Land seit Jahrtausenden mit dem Rest der Welt vernetzt.

Die erste Überblicksdarstellung zur Schweizer Migrationsgeschichte geht von den Protagonisten aus: den Frauen und Männern, die sich auf den Weg machten, um Chancen durch Arbeit, Handel oder Bildung wahrzunehmen, um Perspektivlosigkeit und Verfolgung hinter sich zu lassen, um ein besseres Leben zu beginnen. Autorin und Autoren erzählen von der Suche der Eidgenossen nach Arbeit in der Ferne, vom Aufstieg der Schweiz zu einem Zentrum des europäischen Arbeitsmarktes Ende des 19. Jahrhunderts und vom Umgang mit Flüchtlingen und Arbeitsmigranten im 20. und 21. Jahrhundert.

André Holenstein/ Patrick Kury/ Kristina Schulz
Schweizer Migrationsgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.

ent/grenzen – Künstlerische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Grenzräume, Migration und Ungleichheit

bleuler2018

Die Grenze avancierte in jüngsten gesellschaftspolitischen Debatten zu einer virulenten Denkfigur. Wie verhandeln Kunst und Kulturwissenschaften dieses komplexe und mehrdeutige Phänomen? Welche kritischen Zugänge und widerständigen Praktiken werden im europäischen Kontext und vor dem Hintergrund internationaler Beziehungen starkgemacht?

Der Band führt Diskussionsstränge zusammen, die einer Naturalisierung und zunehmend polemischen Instrumentalisierung von Grenzen differenzierte Perspektiven entgegensetzen. Dabei steht die Befragung dichotomischer Konstruktionen eines »Wir« versus »die Anderen« sowie eines auf Abgrenzung und (globalen) Hierarchisierungen beruhenden Denkens im Vordergrund.

Marcel Bleuler / Anita Moser (Hg.)
ent/grenzen – Künstlerische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Grenzräume, Migration und Ungleichheit

Lob der Grenzen

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«Eloge des frontières» wurde von Régis Debray 2010 in Tokio als Vortrag gehalten. Debray geht darin weit in die Geschichte der Menschheit zurück, beleuchtet die Bedeutung der Grenze im Spiegel der verschiedenen Weltreligionen sowie säkularen Kulturen und diskutiert ihren Sinn und Zweck.

In der globalisierten Welt richtet er sich gegen das allgemein angesagte Postulat »ohne Grenzen«. Nach Debrays Beobachtung bedeutet die Abschaffung einer Grenze, diese lediglich weiter nach außen zu verschieben, was zu unterschiedlichen, problematischen Konsequenzen führe.

Geschichtlich gesehen, so Debray, hat die Grenze die Menschheit vorangebracht, Kultur ermöglicht. »Ohne Grenzen« hingegen ist alles erlaubt, alles möglich, wird alles banal und beliebig. Grenzen, die es ihrerseits stets zu hinterfragen gilt, helfen, Orientierung zu geben, wo sonst ein Vakuum entstehen könnte. Dabei geht Debray von der konkreten, geographischen Grenze aus und gelangt von dort zur abstrakten, philosophischen Bedeutung der Grenze.

Régis Debray
Lob der Grenzen

Grazie a voi. Ricordi e Stima – Fotografien zur italienischen Migration in der Schweiz.

stima2017

Von Integration sprach niemand, als die Italienerinnen und Italiener während des Nachkriegsaufschwungs in die Schweiz kamen, die Schweiz erwartete von ihnen Assimilation. Dabei sahen sie sich mit einer erheblichen Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Als Antwort auf die geschlossene schweizerische Gesellschaft gründeten sie ihre eigenen Vereine für Sport und Freizeit, organisierten kulturelle Anlässe sowie Feste und eröffneten eigene Schulen und Kindertagesstätten. Sie schufen sich ihre eigene Welt und veränderten von dort aus sich und die Schweiz.

«Grazie a voi.» zeigt Fotografien aus dem Leben dieser italienischen Migranten, und zwar ihre eigenen Bilder: Fotografien von Familien und Einzelpersonen und von Fotografen, die an offiziellen Anlässen und Festen der italienischen Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie erzählen von Alltag und Familie, Bildung und Politik, von Freizeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten in Vereinen, Feiern und Eleganz.

Marina Widmer, Giuliano Alghisi, Rolando Ferrarese, Fausto Tisato (Hg.)
Grazie a voi. Ricordi e Stima – Fotografien zur italienischen Migration in der Schweiz.

Asyl verwalten. Zur bürokratischen Bearbeitung eines gesellschaftlichen Problems.

lahusen2017

Wie gehen Verwaltungsbehörden mit den oftmals komplexen und eigensinnigen Geschichten von Flucht und Asyl um, wie wird daraus ein »Fall« und wie entsteht eine Entscheidung? Im Kontext europäischer Koordinierungsversuche sind solche Fragen nicht nur von wissenschaftlicher, sondern auch von gesellschaftlicher und politischer Relevanz.

Dieser Band trägt zu einem besseren Verständnis der Strukturen und Veränderungen lokaler Verwaltungspraxis in einem hoch brisanten, umkämpften und folgenreichen Handlungsbereich bei. Er versammelt Beiträge, die sich aus soziologischer, sozialanthropologischer und politikwissenschaftlicher Perspektive mit behördlichem Handeln an unterschiedlichen Orten Europas befassen.

Christian Lahusen / Stephanie Schneider (Hg.)
Asyl verwalten. Zur bürokratischen Bearbeitung eines gesellschaftlichen Problems.

Hochkonjunktur, «Überfremdung» und Föderalismus

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In den Boomjahren der Nachkriegszeit entwickelte sich die Schweiz zu einem Einwanderungsland. Die Arbeitsmarkt- und Fremdenpolizeibehörden von Bund und Kantonen versuchten der sich rasant wandelnden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität mit einem Spagat beizukommen. Sie wollten den steigenden Bedarf der Arbeitgeber an ausländischen ArbeiterInnen decken und gleichzeitig die Zuwanderung zwecks «Überfremdungsabwehr» unter Kontrolle halten.
Am Beispiel von Basel-Landschaft, dem Kanton mit der stärksten Industrialisierung und Bevölkerungszunahme der Nachkriegszeit und dem Selbstverständnis des «Entwicklungskantons par excellence», lotet der Autor Gestaltungsspielräume des Vollzugsföderalismus aus. Er richtet seinen Blick auf die Akteure des seit 1945 kantonalisierten Arbeitsmigrationsregimes und zeigt den entscheidenden Einfluss kantonaler Behörden, interkantonaler Konferenzen sowie einzelner Spitzenbeamten auf. Diese innenpolitische Perspektive verdeutlicht, wie der Föderalismus die Schweizer Migrationspolitik prägt. Selbst in den 1960er und 70er Jahren, als der Bund die Zuwanderung stabilisieren wollte, war ohne Kantone kein Staat zu machen.

Tobias Senn
Hochkonjunktur, «Überfremdung» und Föderalismus

Freiheitsentzug in der Schweiz. Formen, Effizienz, Bedeutung.

Fink2018

Das Wort Gefängnis beschwört eine geschlossene und beängstigende Welt von kargen Zellen und Gängen herauf. In ihr leben Menschen, mit denen die Gesellschaft nichts mehr zu tun haben will. Doch stimmt dieses Bild mit der Realität überein? Daniel Fink liefert eine differenzierte Antwort auf diese Frage. Ausgehend von einer kurzen Übersicht über das Schweizer Gefängnissystem, beschreibt er die verschiedenen Formen des Freiheitsentzugs, von der Untersuchungshaft bis zur Militärhaft, vom Straf- und Massnahmenvollzug über die Ausschaffungshaft bis zur fürsorgerischen Placierung. Er untersucht die Auswirkungen der zahlreichen Revisionen des Schweizer Sanktionenrechts und die Einführung der Strafprozessordnung, schildert den Alltag im Gefängnis und befasst sich auch mit den Themen Gesundheit, Entlassung, Bewährungshilfe und Rückfall.

Daniel Fink
Freiheitsentzug in der Schweiz

Demokratie in der Krise. Analysen, Prozesse und Perspektiven

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Alle Welt redet von Krise. Nun auch noch eine Demokratiekrise? Ist Demokratie Teil der Lösung oder Teil des Problems? Kranken die politischen Prozesse an sich selbst oder leiden sie unter äusseren Einflüssen aus Wirtschaft und Gesellschaft? Ist unsere Demokratie reformfähig? Hat sie eine Zukunft?
Von ihrem Ideal her ist Demokratie unsere Hoffnung, all die anderen Krisen, in denen unsere Gesellschaft steckt, bewältigen zu können. Ideal und Realität unserer Demokratie bilden ein Spannungsfeld und klaffen zuweilen auseinander. Sie sollen es sogar. Aber wir müssen die Chance haben, unsere Ideale einen Schritt weit zu realisieren. Sonst verlieren wir den Glauben an sie. Deshalb ist es wichtig, die Realität einerseits kritisch zu analysieren, anderseits das Verbesserungspotenzial auszuloten. Analyse und Reformmöglichkeiten sind deshalb die zwei Dimensionen, in denen sich der Sammelband bewegt.

Daniel Brühlmeier, Philippe Mastronardi (Hg.)
Demokratie in der Krise

Topographies of «Borderland Schengen». Documental Images of Undocumented Migration in European Borderlands

Kuhnemund2018

Analysing recent documentary films dealing with undocumented migration at the Schengen Area's fringes and against the backdrop of what has been termed the `European refugee crisis', Jan Kühnemund investigates the interface between migration discourses and image discourses. As an analytical framework, he conceptualises `Borderland Schengen' as a visual-political transnational space emerging from the interplay of migration movements and border policies. Putting the spaces and iconologies of `illegal' migration under scrutiny and aiming at establishing their protagonists as subjects, Kühnemund in this regard reads the films as attempts at discursive participation as an aesthetic political practice.

Jan Kühnemund
Topographies of «Borderland Schengen»

Flüchtlinge: Opfer – Bedrohung – Helden. Zur politischen Imagination des Fremden

Friese2017

Wie die Macht der sprachlichen Bilder die gesellschaftspolitischen Debatten prägt, wird in der aktuellen Diskussion über die Flüchtenden, die Schutz in Europa suchen, so deutlich wie selten. Heidrun Friese geht den kontroversen gesellschaftlichen Imaginationen von den Geflüchteten nach: Die Figur des »Fremden« als Bedrohung artikuliert den Rassismus des Populismus und legitimiert Sicherheitspolitiken. Humanitäres, religiös-ethisches Handeln hingegen fasst Geflüchtete als Opfer, die der Hilfe bedürfen. In einer dritten Perspektive wird das Überschreiten von Grenzen zum heroischen Akt stilisiert und antikapitalistischen Kämpfen eingeschrieben.

Der Essay interveniert in diesen Schlüsseldiskurs der Einwanderungsgesellschaft und setzt diesen imaginierten Figuren des «Fremden», die den Flüchtenden auf je verschiedene Weise eine eigene Subjektivität absprechen, ein anderes Bild entgegen. 

Heidrun Friese
Flüchtlinge: Opfer – Bedrohung – Helden

Grenzfiguren – Zur politischen Theorie des Flüchtlings

wessel2017

Flüchtlinge gelten oftmals als rechtlose Opfer und Ausgeschlossene auch demokratisch eingehegter Gemeinschaften, obwohl sich nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Rechtsstellung fundamental verändert hat. Meist im Rückgriff auf Hannah Arendt und Giorgio Agamben werden sie außerhalb politischer Räume und damit an den Rändern der Welt angesiedelt.

Julia Schulze Wessel zeigt jedoch: Als Grenzfiguren hinterfragen, verletzen und überschreiten Flüchtlinge Grenzen und fordern so auf ihre spezifische Weise demokratische Ordnungen heraus. Auf ihren Wanderungen durch den Grenzraum Europas verweisen sie auch auf die Grenzen des Rechts und begeben sich selbst in das Zentrum gegenwärtiger politischer Auseinandersetzungen. 

Julia Schulze Wessel
Grenzfiguren – Zur politischen Theorie des Flüchtlings

Heimat(en)? Beiträge zu einer Theologie der Migration

adamavi2017

Kaum ein Thema hält Europa zurzeit derart in Atem wie die Migration. Auch die Kirchen engagieren sich in diesem Gebiet. Wie begründen sie ihr Engagement und woran richten sie es aus?
Das Stichwort «Heimat» bietet auf diese Frage eine überraschende, aber aussichtsreiche Perspektive. Heute wird Migration von Flüchtenden als Verheissung von Heimat und von Ansässigen als Bedrohung von Heimat erfahren. Auch die Bibel ist über weite Strecken ein Buch, das von Heimatverlust und Heimatsuche handelt. Die Autorin und die Autoren erinnern daher an die biblisch-theologische Sicht, dass Christinnen und Christen selbst in eine Migrationsexistenz getauft sind und in ihren Lebenswelten zugleich beheimatet und heimatlos sind. Vor diesem Hintergrund fragen sie zunächst nach einem theologischen und anschliessend nach einem sozialethischen Zugang zur globalen Herausforderung der Migration.

Matthias Zeindler, Frank Mathwig, Amélé Adamavi-Aho Ekué
Heimat(en)? Beiträge zu einer Theologie der Migration

Flüchtlingsbauten. Handbuch und Planungshilfe

muehlbauer2017

Von der Notunterkunft zum kostengünstigen Wohnungsbau: Dieses Handbuch will einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Flüchtlingsdebatte leisten. Denn die Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen ist kein neues stadtplanerisches Thema. Als eigenständige Bauaufgabe sind Flüchtlingsbauten bislang jedoch kaum thematisiert worden, so dass dieser Planungshilfe eine besondere Bedeutung zuteil wird. Die klare Botschaft lautet: Deutschland hat aufgrund des hohen Planungs- und Handlungsdrucks die Chance, einen deutlichen Impuls für den Wohnungsbau zu setzen. Unkonventionelle Ideen, Pragmatismus und Einsatzbereitschaft sind gefragt, dürfen aber nicht zu unüberlegtem Aktionismus führen. Brauchbarer und dauerhaft guter Wohnungsbau muss nicht neu erfunden werden – vorhandenes Wissen und Erfahrungen müssen lediglich gebündelt werden. Diese Publikation wendet sich an Architekten, Projektentwickler sowie Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung, die sich mit dem Bau und Betrieb von Unterkünften für Asylbewerber, Flüchtlinge und Migranten auseinandersetzen. Neben den geschichtlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen werden konkrete städtebauliche Typologien, erprobte und innovative Gebäudeformen sowie konstruktive Details vorgestellt. Langjährige Erfahrungen aus dem sozialen Wohnungsbau und praxisorientierte Lösungen in der Bestandssanierung werden dabei nicht außer Acht gelassen.

Lore Mühlabuer / Yasser Shretan (Hg.)
Flüchtlingsbauten. Handbuch und Planungshilfe

Les oiseaux migrateurs

baron2017

Véritable sujet d'actualité, les migrants ne sont pourtant pas un concept. Car de qui parle-t-on exactement ? Ce sont des personnes. Mais qui sont-ils ? Pourquoi sont-ils là ? L'auteure décide de leur poser la question. Qu'est-ce qu'être "immigré" ? Que ressent-on quand on arrive dans un pays étranger ? Pour ces hommes et ces femmes, l'occasion est rare de s'exprimer librement et d'être écoutés. Ils raconteront simplement leur histoire. Cet ouvrage recueille leurs points de vue, leurs émotions, leurs ressentis.

Clémentine V. Baron
Les oiseaux migrateurs. Témoinages de migrants

Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

ozdogan2017

Krishna Mustafa wird von Laura verlassen, weil er seine Identität noch nicht gefunden hat. Aber wer hat das schon? Doch Krishna lässt es auf einen Versuch ankommen. Kurz entschlossen tauscht er mit seinem türkischen Cousin das WG-Zimmer und zieht vorübergehend von Freiburg nach Istanbul.

Auf der Suche nach seiner Identität, der verlorenen Liebe und guter Schokolade beginnt für Krishna in der Türkei eine unvergessliche Reise. Neugierig auf das Leben und stets leicht zu begeistern taucht er in das turbulente und pulsierende Leben der Großstadt ein. Über seine Wurzeln weiß er ein halbes Jahr später zwar immer noch nicht mehr, dafür aber eine ganze Menge über die Türken und die Deutschen, über Erdoğan und den Gezi-Park, über Moscheen und Starbucks, darüber, wie man mithilfe von Gebets-Apps zum guten Moslem und mithilfe des richtigen Haarschnitts zum Islamisten wird.

Selim Özdogan
Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

La mobilité en questions

bierlaire2017

La mobilité est omniprésente dans nos vies quotidiennes. Son ampleur et sa croissance posent de nombreuses questions, tant politiques et sociétales que scientifiques, quant à sa gestion et sa régulation. Phénomène complexe, la mobilité requiert une analyse interdisciplinaire pour en saisir les différentes dimensions. C’est ce à quoi s’attache cet ouvrage, en ouvrant un dialogue entre sciences de l’ingénieur et sciences sociales. Sur la base de nombreuses recherches récentes, il discute de manière critique dix grandes questions fondamentales relatives à la mobilité. Il montre les points qui font consensus, identifie ceux pour lesquels une controverse scientifique existe, et prend à contrepied certaines idées dominantes. Par sa démarche originale, ce livre s’adresse principalement aux étudiants en sciences de l’ingénieur et en sciences sociales désireux de se familiariser avec les enjeux actuels de la mobilité, mais il se destine également à tous ceux curieux et désireux de mieux comprendre les multiples facettes de la mobilité.

Michel Bierlaire, Vincent Kaufmann et Patrick Rérat
La mobilité en questions

Auf der Flucht getrennt

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Zwei junge Menschen, in Ruanda in Geborgenheit aufgewachsen, werden im Frühling 1994 jäh aus ihrem gewohnten Leben gerissen: Der Bürgerkrieg treibt Joséphine und Désiré in die Flucht ins Nachbarland Kongo-Kinshasa. Sie überleben in Flüchtlingslagern, irren monatelang durch den Regenwald, gelangen nach Kongo-Brazzaville. Obwohl sie sich eine solide Existenz aufgebaut haben, bleibt die Sehnsucht nach Ruanda wach. Doch die Rückkehr misslingt, sie fliehen in die Kameruner Hauptstadt Yaoundé, wo die Familie bei einem Überfall auseinandergerissen wird. Allein mit ihrem dritten Sohn gelangt Joséphine 2004 in die Schweiz und kämpft sich durch das langwierige Asylverfahren.

Dieses Buch ist auch in einer Version in Leichter Sprache (Niveau B1), übersetzt vom Büro für Leichte Sprache der Pro Infirmis, erschienen. Es richtet sich an Menschen mit einer Leseschwäche und kann beim Chronos Verlag zum Selbstkostenpreis bestellt werden.

Johanna Krapf
Auf der Flucht getrennt. Die Odyssee einer ruandischen Familie

Gehört der Islam zur Schweiz?

sonbati2017

Die erschütternden Vorkommnisse islamisch motivierter Gewalt und die Zweifel an der Kompatibilität des islamischen Glaubens mit den Werten einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung führen in weiten Teilen der westlichen Welt zu hitzigen Debatten. In der Schweiz bekennen sich laut Statistik etwa 5% der Bevölkerung zum Islam, das entspricht rund 450 000 Personen. Die Frage ist nicht, ob das viel oder wenig ist, und auch nicht, wie viel ‹Islam› die Schweiz ‹verträgt›. Es geht nicht um das ‹Wieviel› und auch nicht um das ‹Ob›, sondern um das ‹Wie›. Religiöse Toleranz bedarf nicht nur einer toleranten Gesellschaft und ebenso toleranter Religionen, sondern auch klarer Regeln für das Miteinander. Und was ist überhaupt ‹der Islam›?

Jasmin El Sonbati
Gehört der Islam zur Schweiz? Standortbestimmung einer Muslimin

Die Taugenichtse

Selvon2017

Moses, Big City, Fünf-nach-zwölf und die anderen setzen große Hoffnungen in ihr neues Leben im »Zentrum der Welt«, so nennen sie das London der Nachkriegszeit. Sie sind aus der Karibik hierhergekommen, jetzt staunen sie über die Dampfwolken vor ihren Mündern. Und wenn der Wochenlohn wieder nicht reicht, jagen sie eben die Tauben auf dem Dach. Kapitulation? Niemals! Stattdessen beginnen die Überlebenskünstler, sich neu zu erfinden – und ihre neue Heimat gleich mit.

Samuel Selvons Ton zwischen kreolischem Straßenslang und balladesker Suada setzt sich sofort ins Ohr. Bedingungslos aufrichtig erzählt Selvon von den ersten Einwanderern Englands, die das Land für immer verändert haben – sein Denken, seine Sprache, sein Selbstverständnis.

Samuel Selvon
Die Taugenichtse

Zukunft der Migration

haug2017

Kann die zukünftige Entwicklung der Migrationsströme mit dem Wissen der Gegenwart vorhergesehen werden? Über die Tagespolitik hinaus befasst sich der Essayband mit möglichen Szenarien und Trends in den kommenden Jahrzehnten und mit dem zukünftigen Verhältnis von Gesellschaft, Migration und internationaler Politik. Die Autorinnen und Autoren untersuchen die Wirkung der Migrationsforschung der letzten zwei Jahrzehnte auf die Politik und diskutieren aktuelle migrationspolitische Herausforderungen. Selbstkritisch gehen sie der Frage nach, ob das Ziel der Stiftung für Bevölkerung, Migration und Umwelt, durch Forschung zu einer differenzierten und sachlichen Diskussion über Migration beizutragen, erreicht wurde.
In 17 Beiträgen werden Themen wie die Auswirkungen von Klimawandel und Katastrophen, die Herausforderungen der Integration, der Einfluss von Religion und Genderfragen, die Schwierigkeiten der Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen an die Politik und das Verhältnis von zunehmender Mobilität und Migration angesprochen.

Werner Haug, Georg Kreis (Hg.)
Zukunft der Migration. Reflexion über Wissenschaft und Politik

Migrant Journal - Across Country

migrant2017

Migrant Journal explores the circulation of people, goods, information, but also fauna and flora, around the world and the transformative impact they have on space. While migration is part of humanity’s genesis, it seems the phenomenon has become ubiquitous, happening faster, with complex ramifications.This issue looks at rural space. Todays countryside is seeing syrian refugees flee the war via Turkey, then Greece and their isolated beaches, to move on to travel to Europe. Migration however transcends the movements of people. The countryside is the metaphor of the nation, its permanence is celebrated in the vocabulary and the iconography: soil, roots, trees, farmers. But, like cities, the countryside has dramatically changed, influenced by human and ecological footprints - man-made or natural.

Catarina de Almeida Brito, Justinien Tribillon (eds.)
Migrant Journal No 1 - Across Country

Sport, Migration und soziale Integration

Gerber2017

Integration ist ein vielschichtiges Thema. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Integration nur dann gelingen kann, wenn möglichst alle Gesellschaftsbereiche einen Beitrag dazu leisten. Die Autoren dieses Buches gehen der Frage nach, welche Rolle der Sport im Integrationsprozess einnehmen kann. Aufgrund seiner Geselligkeitsfunktion werden seit jeher hohe Erwartungen an ihn gerichtet. Ob solche Ansprüche gerechtfertigt sind, wird in diesem Buch anhand der Daten eines vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Mixed-Method-Projekts, der sogenannten SSINC-Studie (Sport and Social Inclusion), empirisch geprüft. Der Fokus richtet sich dabei auf Schülerinnen und Schüler des achten und neunten Schuljahres.

Markus Gerber, Uwe Pühse:
SportSport, Migration und soziale Integration. Eine empirische Studie zur Bedeutung des Sports bei Jugendlichen 

Zürich: Seismo Verlag, ISBN: 978-3-03777-153-2 

Versunken im Mittelmeer? Flüchtlingsorganisationen im Mittelmeerraum und das Europäische Asylsystem

Gansberg2016

Die mit Flüchtlingsschutz und Asyl befassten staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen spielen im Mittelmeerraum schon seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Schutzsuchenden. Sie wurden aber bislang kaum wissenschaftlich untersucht – ebenso wenig wie ihre Kooperationsnetzwerke. Die Beiträge des Bandes schließen diese Forschungslücke und zeigen, welche Organisationen in Griechenland, Italien, Malta, Spanien und Zypern aktiv sind, wie sie arbeiten und welchen Beitrag sie zur Aufnahme und Integration von Schutzsuchenden leisten können.

Anna Gansberg, Ludger Pries, Juliana Witkowski (Hg.)
Versunken im Mittelmeer? Flüchtlingsorganisationen im Mittelmeerraum und das Europäische Asylsystem

Bielefeld: transcript Verlag, ISBN: 978-3-8376-3676-5 

The Price of Rights: Regulating International Labor Migration

Ruhs2015

The Price of Rights analyzes how high-income countries restrict the rights of migrant workers as part of their labor immigration policies and discusses the implications for global debates about regulating labor migration and protecting migrants. It comprehensively looks at the tensions between human rights and citizenship rights, the agency and interests of migrants and states, and the determinants and ethics of labor immigration policy.

Martin Ruhs
The Price of Rights: Regulating International Labor Migration

Princeton: Princeton University Press, ISBN: 9781400848607 

Repenser l'immigration. Une broussole éthique

Rochel2016a

L’immigration place les démocraties européennes face à d’immenses défis éthiques. Les valeurs de liberté, d’égalité et de solidarité qui ont nourri leur histoire semblent aujourd’hui avoir perdu leur capacité à nous orienter. De l’«expat» au requérant d’asile, du regroupement familial à la libre circulation, la diversité des situations migratoires bouscule nos convictions et interroge nos choix citoyens. Au moment de déterminer la politique migratoire ou d’élire nos représentants, la même question s’impose : comment aborder cette mobilité et redonner du sens à notre responsabilité à son égard? L’ampleur de ces défis nous plonge dans une ambiance de crise permanente. Que faire pour retrouver une boussole éthique capable d’accompagner nos choix? Cette première introduction francophone à l’éthique de l’immigration offre les outils nécessaires à une définition cohérente et responsable de nos choix migratoires.

Johan Rochel
Repenser l'immigration. Une broussole éthique

Lausanne : Presses polytechniques et universitaires romandes, ISBN: 978-2-88915-176-9 

Die Angst vor den anderen - Ein Essay über Migration und Panikmache

Baumann2016

Wenn in kurzer Zeit Hunderttausende Menschen ins Land kommen, stellt das für jede Nation eine gewaltige Herausforderung dar. Und dennoch wirkt es befremdlich, dass Migration praktisch alle anderen Themen von den Titelseiten verdrängt. Den Klimawandel. Die Ungleichheit. Zerfallende Staaten. Also die eigentlichen Ursachen der Migration. Zygmunt Bauman spricht angesichts der emotionalen Debatte von einer moralischen Panik. Und er stellt die Frage, wer von dieser Panik (oder Panikmache?) profitiert. Inmitten der Hysterie und der zunehmenden Xenophobie plädiert Bauman für Gelassenheit und Empathie. In einer Welt, in der Geld, Bilder und Waren frei zirkulieren und ob deren Kugelform sich die Menschen «nicht ins Unendliche zerstreuen können» (Kant), werden wir lernen müssen, mit den anderen zusammenzuleben. 

Zygmunt Baumann
Die Angst vor den anderen - Ein Essay über Migration und Panikmache

Berlin: Suhrkamp, ISBN: 978-3-518-07258-5 

Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung

Butler2016

Occupy Wall Street. Gezi-Park, Tahrir, Majdan. Ferguson und Hongkong. Tea Party. Pegida. Die «Politik der Straße» hat Hochkonjunktur, wirft aber auch Fragen auf. Sind solche Versammlungen als Ausdruck der Souveränität des Volkes aus radikaldemokratischer Perspektive zu begrüßen oder geben sie Anlass zur Sorge vor der Herrschaft des «Mobs»? Und wer ist überhaupt «das Volk»? Judith Butler geht den Dynamiken und Taktiken öffentlicher Versammlungen unter den derzeit herrschenden ökonomischen und politischen Bedingungen auf den Grund. Fluchtpunkt dieses hochpolitischen Buches ist eine Ethik des gewaltlosen Widerstands in einer gefährdeten Welt, in der die Grundlagen solidarischen Handelns allmählich zerfallen oder zerstört werden. 

Judith Butler
Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung

Berlin: Suhrkamp, ISBN: 978-3-518-58696-9 

Au pied de la forteresse

Buehler2016

Sous forme de reportage, l'auteur donne la parole à une quinzaine de personnes bloquées au Maroc dans leur voyage désespéré vers l'Europe. Au travers de leurs récits authentiques et plein de suspens, ils nous montrent comment leur histoire est inéluctablement liée à la nôtre, tandis que se dessine avec réalisme une image du contexte dans lequel des milliers de migrants partent chaque année, dans de petites embarcations, à la recherche du bonheur qu’ils pensent trouver de l’autre côté de la mer.

Johannes Bühler
Au pied de la forteresse

Lausanne: Editions Antipodes, ISBN: 978-2-88901-125-4

Neue Heimat Deutschland – Zuwanderung als Erfolgsgeschichte

Richter2016

«Wir schaffen das», hatte die Kanzlerin angesichts des Flüchtlingsstroms verkündet. Bei so viel Optimismus setzte der deutsche Abwehrreflexunverzüglich ein: «Vielleicht. Aber wie?» – Indem wir weitermachen, wie wir im vergangenen Jahr begonnen haben, erklärt der Filmemacher und Autor Michael Richter. Viel bleibt noch zu tun, aber fest steht: Überall im Land gelingt Integration sehr überzeugend!Die letzten Monate haben gezeigt, dass wir tragfähige Konzepte brauchen, die nicht die Fehler der «Gastarbeiter»-Jahre wiederholen. Michael Richter berichtet über solche Konzepte und Projekte und zeigt in Reportagen und Interviews Integration von ihrer ganz praktischen Seite.

Michael Richter
Neue Heimat Deutschland – Zuwanderung als Erfolgsgeschichte

Hamburg: edition Körber-Stiftung, ISBN: 978-3-89684-178-0 

Die Fremde – ein seltsamer Lehrmeister

Shamani2016

Weil er ein regimekritisches Theaterstück geschrieben hat, muss Usama Al Shahmani 2002 den Irak fluchtartig verlassen. Heute lebt er in Frauenfeld, hat eine Familie, baut sich ein zweites Leben auf. Was bedeutet der plötzliche Abbruch eines gewohnten Lebens? Wie geht Ankommen in einem neuen Leben? Kommt er heute nach einem Besuch im Irak nach Hause oder in ein fremdes Land? Was möchte er denen sagen, die jetzt auf der Flucht sind? Usama Al Shahmani erzählt, erzählt vom Leben unter Saddam, vom Krieg und von den schwierigen Nachkriegszeiten, vom Spagat zwischen Terror dort und Sicherheit und Frieden hier. Über die persönlichen Erfahrungen hinaus werden europäische und arabische Perspektiven sichtbar auf jenes Repertoire an Themen Krieg, Flucht, Identitätsverlust und Fremdheit, das wir alle bewusst oder unbewusst in uns tragen. 

Usama Al Shamani / Bernadette Conrad
Die Fremde – ein seltsamer Lehrmeister

Zürich: Limmat Verlag, ISBN: 978-3-85791-816-2 

Die Schweiz und der Andere. Plädoyer für eine liberale Schweiz.

Rochel2016

Dieser Essay ist ein kompromissloses Plädoyer für die zentralen Werte des Liberalismus – Freiheit und Gleichheit – in unserem Umgang mit den Anderen. Misstrauen und Abschottung dominieren das politische Klima in der Schweiz und in Europa; man zeigt mit dem Finger auf den Anderen, nimmt fremde Lebensgewohnheiten aufs Korn oder stösst sich an den Herausforderungen der Integration, der Zuwanderungspolitik, des Asylrechts. Die Werte Freiheit und Gleichheit sind keineswegs das Privileg einer einzigen Partei, sondern verdienen eine klare und kohärente Verankerung bei allen politischen Kräften.

Johan Rochel
Die Schweiz und der Andere. Plädoyer für eine liberale Schweiz.

Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung 2016, ISBN: 978-3-03810-187-1
 

Swiss Ethnic Business: Barrieren und Besonderheiten bei Unternehmensgründungen durch Migranten

Kalan2016

Ethnisch geprägtes, erfolgreiches Unternehmertum von Migranten ist kein neues Phänomen. So haben sich Juden in Europa, Chinesen in Australien niedergelassen, Italiener in der Schweiz und Türken in Deutschland, nur um einige Beispiele von Migration zu nennen, die vorwiegend aus ökonomischen Gründen stattgefunden hat. Wagen Migranten in ihrer neuen Heimat eine Unternehmensgründung, so begegnen sie diversen Barrieren und Besonderheiten. Diese sollen im vorliegenden Werk thematisiert werden, indem die Situation albanischer, türkischer und italienischer Unternehmensgründer in der Schweiz untersucht wird.

Battal Kalan
Swiss Ethnic Business: Barrieren und Besonderheiten bei Unternehmensgründungen durch Migranten

Hamburg: disserta Verlag, 2016. ISBN: 978-3-95935-228-4 

Migrationsland Schweiz. 15 Vorschläge für die Zukunft

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Wie sieht die Zukunft der Schweiz aus? Wie begegnen wir den Herausforderungen der Migration? Und wie verbinden wir unsere humanitäre Tradition mit dem Interesse an Prosperität? Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kultur und Politik unterbreiten 15 Vorschläge. In ihren Essays präsentieren sie konstruktive Standpunkte und konkrete Lösungsansätze.

Christine Abbt, Johan Rochel (Hg.):
Migrationsland Schweiz. 15 Vorschläge für die Zukunft.

Baden: Hier & Jetzt, 2016. ISBN: 978-3-03919-410-0 

Impact of circular migration on human, political and civil rights

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This volume addresses the topic of circular migration with regard to its multiple dimensions and human, political and civil rights implications from a global perspective. It combines theoretical and empirical studies and presents different case studies illustrating circular migration patterns and policies in different world regions. Over the past decades, international, regional and internal migration flows have shown a quantitative increase and have changed in scope, context, origin and nature. Migration projects are every time more open-ended, multi-directional and flexible and often include some type of circularity. In the 21st century migration journeys and the reasons underlying them are multiple and more diverse than ever before.

Carlota Solé et.al. (eds.):
Impact of circular migration on human, political and civil rights

Cham: Springer international Publishing Switzerland, 2016. ISBN: 978-3-319-28896-3 

Was die Schweiz zusammenhält

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Welche Kräfte halten das heterogene Gebilde der Schweiz, bestehend aus Direkter Demokratie, Machtteilung und -begrenzung, Föderalismus, Mehrsprachigkeit etc. als stabile staatliche Einheit zusammen? Gibt es eine spezifische schweizerische Identität und, wenn ja, aus welchen Quellen nährt sie sich? Aus vier Perspektiven nähert sich der Politikwissenschaftler und Geograf Michael Hermann dem ‹Phänomen Schweiz› an. Schicht für Schicht legt er dabei das feinstoffliche Gewebe frei, das dieses Land ausmacht und letztlich auch zusammenhält.

Michael Hermann:
Was die Schweiz zusammenhält. Vier Essays zu Politik und Gesellschaft eines eigentümlichen Landes.

Basel: Zytglogge, 2016. ISBN: 978-3-7296-0918-1 

Essays on inequality and integration

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Inequality and integration have been sociology’s two key paradigms since the classics, associated with the names of Marx and Durkheim. Europe’s current economic crisis has forcefully reinvigorated their joint relevance. Above all, the debt crisis has fueled the wheel of social inequality. At the same time, global environmental and demographic problems, intertwined with escalating migration pressure, tear at the texture of European and all Western societies. In principle, the inequalities engendered by these cascading processes are also an opportunity. They increase the diversity of society and can bring about innovation and growth. Our desire and ability for social integration depends, above all, on the ultimate balance between these advantages and disadvantages.

Axel Franzen, Ben Jann, Christian Joppke, Eric Widmer:
Essays on inequality and integration

Zürich: Seismo Verlag, 2016. ISBN: 978-3-03777-145-7 

Die Welt ist unser Boot. 30 Jahre Freiplatzaktion Zürich

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«Flüchtlinge sind Signale für die brennendsten Probleme unserer Welt. Schliessen wir vor ihnen nicht unsere inneren und äusseren Grenzen!» Diesem Credo ist die Freiplatzaktion Zürich seit ihrer Entstehung 1985 verpflichtet. Aus einer Basisbewegung ist im Laufe der Zeit eine professionelle Rechtsberatungsstelle geworden. Nach dreissig Jahren solidarischen Engagements ist es an der Zeit, einen kritischen Blick auf die Geschichte der Asylbewegung und der schweizerischen Migrationspolitik zu werfen. 

Kijan Espahangizi, Jonathan Pärli, Liliane Blum, Samuel Häberli:
Die Welt ist unser Boot. 30 Jahre Freiplatzaktion Zürich.

Zürich: Freiplatzaktion Zürich, 2015. ISBN: 978-3-033-05218-5 

nach oben Letzte Änderung 04.07.2018