Themen
Über Migration und die Integration von Ausländerinnen und Ausländern wird viel debattiert, diskutiert, gerungen und gestritten. Es gibt zum Thema ausführliches Zahlenmaterial und zahlreiche Studien. Die Eidgenössische Migrationskommission (bzw. ihre Vorgängerkommissionen) setzt immer wieder Schwerpunktthemen und sammelt und erarbeitet dazu Grundlagenmaterial. Darüber orientieren diese Themen-Dossiers. Sie werden laufend ergänzt und aktualisiert.
Föderalismus NEU
Wer in die Schweiz einreist, um hier für kurze oder längere Zeit zu leben, wird in der Begrüssungsbroschüre «Willkommen in der Schweiz – Informationen für neu Zuziehende» mit einem – für die meisten – neuen Begriff konfrontiert: Föderalismus. Von den zehn wichtigsten Herkunftsländern gehören nur Deutschland und die USA zu den weltweit 24 föderalen Staaten. Die übrigen Zuwanderer müssen sich neu orientieren: von einem zentralistisch organisierten System zu einem Gefüge von mehreren Entscheidungsebenen. Dass Schule, Steuern und Polizei grundsätzlich vom Kanton geregelt werden und dass auch die Gemeinden zu einem grossen Teil selbständig und sogar für die Vergabe des Bürgerrechts zuständig sind, ist für viele Zuwanderer aus zentralistisch organisierten Ländern zumindest gewöhnungsbedürftig.
Transnationalität
Lässt ein Beobachter seinen Blick über nationale Grenzen hinweg schweifen, zeigen sich ihm viele verschiedene transnationale Phänomene. Beziehungen wie auch Handlungen machen nicht an nationalen Grenzen halt. Es wird ersichtlich, dass viele Personen an der Gesellschaft in unterschiedlichen nationalen Kontexten teilnehmen und teilhaben. Die transnationale Perspektive macht dabei auch Ressourcen und Kapital von Personen sichtbar.
Die EKM hat sich damit auseinandergesetzt, inwiefern Transnationalität für die Schweizer Gesellschaft relevant ist und welche Bedeutung dieses Konzept unter anderem für Fragen der Identität und Integration hat. Eine Einführung sowie weiterführende Materialien bietet das Themendossier Transnationalität.
Citoyenneté
Unter Citoyenneté wird die politische Teilnahme und Teilhabe einer Person an der Gesellschaft und deren Mitgestaltung verstanden. Die Bevölkerung kann dabei auf verschiedene Art und Weise die Politik mitbestimmen. Sie kann einen Einfluss auf die Politik ausüben, indem sie sich an politischen Diskussionen beteiligt. Die Bevölkerung nimmt damit am politischen Prozess durch Willensbildung und Meinungsäusserung teil. Diese Form der politischen Partizipation kann in eigenständiger Arbeit, z.B. für das Wohnquartier, aber auch in Vereinen, Verbänden und Kommissionen auf lokaler oder nationaler Ebene stattfinden. Damit wird eine aktive Bürgerschaft gelebt, weil sich die Menschen für ihr Umfeld engagieren oder sich grundsätzlich mit Entwicklungen in der Gesellschaft auseinandersetzen.
2010 hat sich die EKM schwerpunktmässig mit dem Thema Citoyenneté beschäftigt und dazu eine Reihe von Publikationen veröffentlicht und eine Tagung veranstaltet.
Bürgerrecht und Einbürgerungen
Schweizer oder Schweizerin zu werden, ist nicht einfach. Es geht nicht nur darum, die Schweizer Staatsangehörigkeit zu erhalten. Man muss auch Bürgerin oder Bürger einer Gemeinde werden und vom Kanton aufgenommen werden. Die Komplexität dieses dreistufigen Systems führt dazu, dass ein Verfahren sehr lange dauern kann. 2007 wurden rund 44'000 Personen in der Schweiz eingebürgert.
Die Einbürgerung ist ein brisantes politisches Thema. Handelt es sich dabei um einen Verwaltungsakt oder um einen politischen Akt? Ist eine Gemeinde völlig frei, wen sie aufnehmen will oder kann man sich als abgewiesener Kandidat gegen Willkür wehren? Die Politik und die Gerichte befassen sich häufig mit Einbürgerungen und Bürgerrechtsfragen.
Integration
Die Schweiz ist eine pluralistische Gesellschaft. Sie besteht aus verschiedenen Gruppen von Menschen, die unterschiedliche Erfahrungshintergründe, unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Ressourcen und Kompetenzen mitbringen. Die Schweiz war stets eine Gesellschaft, in der Menschen verschiedener Herkunft lebten, und sie hat es auch immer geschafft, mit diesen Unterschieden umzugehen. Integration bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die verschiedenen Teile der Gesellschaft, aber auch die einzelnen Menschen, zum Gelingen des gemeinschaftlichen Handelns und Zusammenlebens beitragen.
Aber: Was bedeutet eigentlich Integration? Welches Verständnis haben wir von Integration? Welche Integration verlangt das Gesetz? Solche und weitere Fragen werden im Dossier Integration behandelt.
Mit Vielfalt gewinnen! Ein Dossier zur Öffnung der Institutionen
Damit der Integrationsprozess für alle Beteiligten zufriedenstellend und erfolgreich verlaufen kann, genügt es nicht, wenn die Bemühungen lediglich von einzelnen Individuen ausgehen. Massgebend für den Erfolg aller Anstrengungen ist es, dass sich auch die gesellschaftlichen Institutionen an diesem Prozess beteiligen und auf die gegebenen Realitäten einstellen. Die «Öffnung der Institutionen» ist die Antwort darauf, wie die Herausforderungen, die sich durch die Vielfalt der Bevölkerung in der Schweiz ergeben, Gewinn bringend angegangen werden können.
Das Dossier vermittelt einen Überblick und zahlreiche Ideen zur Öffnung.
Religion
Die Pluralisierung der Religionslandschaft stellt die Schweiz vor neue Herausforderungen. Waren bis in die siebziger und achtziger Jahre hinein vor allem die Annäherung und der Dialog zwischen den beiden grossen christlichen Konfessionen der Katholiken und der Reformierten Thema der Ökumene und zwischen Christen und der jüdischen Gemeinschaft Gegenstand des christlich-jüdischen Dialogs, stehen heute Diskussionen über weitere Religionsgrenzen hinweg im Vordergrund.
Welchen Herausforderungen muss sich unsere Gesellschaft stellen? Das Dossier Religion gibt einen Überblick und Orientierungshilfen und behandelt auch verschiedene Fragen im Zusammenhang mit dem Islam.