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Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen

Modellvorhaben

Citoyenneté

Einladung Projekteingabe Citoyenneté
 

Erfolgreiche Integration wird durch die gesellschaftliche Teilhabe und Teilnahme ermöglicht. Während die Diskussion um die strukturelle Integration in vollem Gange ist, wird jene der politischen Partizipation im Rahmen der Integrationsförderung nur am Rande geführt. Ein Integrationsverständnis, das sich lediglich an der Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben orientiert, ist der EKM jedoch zu eng. Der politische Aspekt stellt eine ebenso wichtige Dimension der Integration dar wie der strukturelle. Die EKM erachtet die aktive Teilnahme und Teilhabe an politischen Prozessen als ein wichtiges Anliegen, um die Chancengleichheit zu verbessern.

Unter dem Titel «Citoyenneté» fördert die EKM deshalb Vorhaben fördern, die Ausländerinnen und Ausländern neue Partizipationsmöglichkeiten erschliessen. Zu diesem Zweck orientiert sich die EKM am Konzept der «Citoyenneté», welches die aktive Komponente von Bürgerschaft ins Zentrum stellt. Citoyenneté verweist auf Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Orientierungsrahmen für Partizipation stellen vielmehr die Zugehörigkeit zu einem Gemeinwesen oder der Bezug zum Wohnort dar. Im Fokus stehen dabei die Meinungsbildung und Willensäusserung, aber auch die Aneignung von Wissen über demokratische Prinzipien und die Grundrechte.

Konkrete Projektaktivitäten, welche die politische Willensbildung, Mitsprache und Mitgestaltung ausloten und erweitern, können finanziell unterstützt werden.

Liste der Projekte


Paradise in my mind

Trägerschaft: African Mirror Foundation und das Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern

In Partnerschaft mit dem Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern, lanciert die „African Mirror Foundation“ ein Filmprojekt, in dem sich in der Schweiz lebende afrikanische Migantinnen und Migranten selbst darstellen können. Inspiriert von Videoproduktionen aus der nigerianischen Filmindustrie Nollywood soll dabei eine audiovisuelle Auseinandersetzung mit den Erfahrungen und Vorstellungen von Migranten stattfinden. Indem sie ihre Realität in ihrer eigenen Bildsprache einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, soll auf Klischees, Stereotypen und Vorurteile reagiert werden. Durch das Medium Film wird gerade auch bildungsfernen Menschen der Zugang zu Partizipation und Einflussnahme ermöglicht. Dabei werden afrikanische Migrantinnen und Migranten in der ganzen Schweiz aufgefordert, an der Entstehung des Drehbuchs und des Spielfilms mitzuwirken.  Nach der Produktion wird der Film an verschiedenen Veranstaltungen vorgeführt. Anschliessende Diskussionsrunden, an denen sich die Produzenten und Regisseure sowie andere Mitwirkende am Film aktiv beteiligen, sollen die Zuschauer auf die Anliegen afrikanischer Migrantinnen und Migranten aufmerksam machen.

Projektkoordination
Emanuel Mark Bamidele
info@africanmirror.org

MAXIM-theater can do it. Ein community bulding Projekt

Trägerschaft: MAXIM Theater

Das „MAXIM-Theater“ ist ein interkulturelles Theater an der Längstrasse in Zürich. In diesem Raum für interkulturellen Austausch entwickeln Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers Theaterstücke und führen sie auf. Dank dem Projekt können die Teilnehmenden ihr Können und Wissen einbringen. Die verschiedenen Stücke beziehen sich auf aktuelle Debatten und Ereignisse und widerspiegeln oftmals die Erfahrungen der Teilnehmenden. In den Stücken werden Aspekte des interkulturellen Zusammenlebens sichtbar. Indem Zugewanderte mit Ansässigen zusammen Theaterstücke entwickeln und aufführen, entwickeln sie politische Haltungen und tragen diese in die Bevölkerung hinaus. Theater trägt somit nicht nur zur sozialen Entwicklung des einzelnen Menschen, sondern der ganzen Gesellschaft bei. Das „MAXIM-Theater“ bietet auch jenen Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers einen Ort der Auseinandersetzung, die sonst nur schwer Zugang zur Schweizer Theater- und Kulturszene finden würden. Als institutioneller Referenzpunkt soll das „MAXIM-Theater“ zu einem Ansprechpartner für verschiedene Migrationsgruppen in Zürich werden. Die Erfahrungen des Zusammenlebens und -arbeitens in einem multiethnisch zusammengesetzten Quartier in der Stadt Zürich soll auf andere Städten und Regionen ausgeweitet werden.

Projektkoordination
Claudia Flütsch
claudia.fluetsch@maximtheater.ch

Konfliktbüro für Personen mit Migrationshintergrund in Bern

Trägerschaft: Institut für Konfliktbearbeitung und Friedensentwicklung (ICP)

Mit dem Projekt wird eine Anlauf- und Beratungsstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner aus sozial benachteiligten Gruppen der Stadt Bern geschaffen. Als niederschwelliges Angebot richtet sich die Stelle an Einzelpersonen, Familien, Gemeinschaften, Organisationen und Institutionen, die von Konflikten jeglicher Art betroffen sind. Sie gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Konflikte aktiv anzugehen und sie mit professioneller Unterstützung zu bearbeiten. Benachteiligte werden ermächtigt, ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen. Dadurch gewinnen sie an Selbstvertrauen, leisten einen aktiven Beitrag zu ihrer Integration und haben schliesslich als aktive Bürgerinnen und Bürger an der Gesellschaft teil. Längerfristig sollen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (z. B. Lehrer, Schüler, Trainer in Sportvereinen, Vertreter von Ausländervereinen, etc.) in das Projekt einbezogen werden. Diese werden in Mediation ausgebildet, was ihnen ermöglichen soll, der Bevölkerung eine neue Kultur der Konfliktbearbeitung näher zu bringen.

Projektkoordination
Tanja Mirabile
mirabile@iicp.ch

 

Teilnehmen – Teilhaben: Politisches Mentoring mit Migrantinnen

Trägerschaft: cdf – Christlicher Friedensdienst

Das Projekt „Teilnehmen und Teilhaben“ wurde 2010-2011 zum ersten Mal durchgeführt. In einem zweiten Durchlauf sollen die Grundlagen ausgebaut werden. In der zweiten Projektphase unterstützt der „cfd“ 15 Frauen mit Migrationshintergrund in ihrem Bestreben, sich politisch zu engagieren. Im Rahmen des Programms werden Workshops organisiert, in welchen sich die Teilnehmerinnen über politische Institutionen, Prozesse und Mechanismen weiterbilden. Darüber hinaus bietet das Projekt den Teilnehmerinnen die Möglichkeit sich im politischen Umfeld zu vernetzen. Im Hinblick auf effektive Informations- und Netzwerkarbeit organisiert der „cdf“ für jede Teilnehmerin eine Mentorin. Die Mentorinnen verfügen über Erfahrung in politischer Partizipation, sind selber politisch aktiv und stellen ihr Netzwerk zur Verfügung. Sie unterstützen die Teilnehmerinnen in ihrem Streben sich in öffentlichen Diskussionen einzubringen. Die Teilnehmerinnen werden an den Aktivitäten ihrer jeweiligen Mentorin beteiligt. So können sie von deren Erfahrung profitieren und sich ein eigenes politisches Netzwerk erschliessen. Durch das Mentoring-Tandem, lernen auch Institutionen das Projekt kennen. Dadurch wird ihre Sensibilität für allfällige Hürden, die sich Migrantinnen in den Weg zur politischen Teilhabe stellen, geschärft.

info@cfd-ch.org

Projektkoordination
Mithra Akhbari
mithra.akhbari@cfd-ch.org

Café Secondas

Trägerschaft: IG Café Secondas

„Café Secondas“ - ein von Frauen mit Migrationshintergrund geführter Verein - verfolgt das Ziel, das Selbstbewusstsein von Ausländerinnen der zweiten Generation zu stärken. Diese sollen nicht zwischen, sondern mit mehreren Kulturen leben können. „Café Secondas“ unterstützt sie dabei, ihr Potential zu entfalten und als erfolgreiche Vorbilder zu wirken. Der Verein legt grossen Wert auf die Weiterbildung und Qualifizierung seiner Mitglieder. Angeboten werden monatliche Bildungsveranstaltungen, welche spezifische Fragen im Frauen- und Migrationsbereich thematisieren. In einem Mentorinnenprogramm sollen jüngere Secondas von älteren Kolleginnen begleitet und so in ihrer Identitätssuche gestärkt werden. Ein weiteres Ziel besteht darin, das Bewusstsein für die wertvollen Leistungen von Secondas in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur zu schärfen. Hierzu verrichtet der Verein Öffentlichkeitsarbeit und nimmt zu diversen Fragen Stellung. Der Verein verfügt über einen Expertinnenpool, der zu spezifischen Themen angefragt werden kann. Der Verein setzt sich für Chancengleichheit ein und wehrt sich gegen Diskriminierung und Vorurteile.

Projektkoordination
Filiz Kutluata
filiz.kutluata@cafeseondas.ch

Förderung der politischen Partizipation junger Tamilen und Tamilinnen

Trägerschaft: Gesellschaft für bedrohte Völker

Die Kinder von tamilischen Migrantinnen und Migranten sind in der Regel in der Schweiz gut integriert. Gesellschaftlich bleiben sie aber oft unter sich und verschliessen sich anderen Gruppen gegenüber. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Öffnung und das Engagement junger Tamilen der zweiten Generation in die Zivilgesellschaft und Politik zu fördern. Das Projekt sieht dafür ein Bildungsprogramm vor: In Workshops zum politischen System der Schweiz, zu Leadership, Campaigning, Mobilisierung, Dialog- und Verhandlungsführung und zu Projektmanagement eignen sich die Teilnehmenden Schlüsselkompetenzen an, welche es ihnen erlauben, in schweizerischen Institutionen und der tamilischen Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Haltungen und Meinungen zu äussern. Vernetzungstreffen mit Personen aus der Schweizer Politik und der tamilischen Diaspora sollen den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, Vorbilder persönlich kennenzulernen und ihre Netzwerke zu erweitern. Für die verschiedenen Module entwickelt die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ zusammen mit Fachpersonen Lernmaterialien. Diese werden Interessierten zugänglich gemacht und zur Verfügung gestellt.

Projektkoordination
Angela Mattli
angela.mattli@gfbv.ch

Eigentlich wollten wir zurückkehren

Trägerschaft: Reck Filmproduktion GmbH

Sie kamen in die Schweiz, um in Zukunft, nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat, ein besseres Leben zu haben. Mittlerweise im Pensionsalter, stehen drei Ehepaare aus der Türkei und dem Balkan am Scheideweg: zurückkehren oder hier bleiben? Diese Frage hat die Migrantinnen und Migranten ihr ganzes Leben in der Schweiz begleitet. Jetzt im Alter wird die Antwort dringlich, und auch die Familien der Kinder müssen sich der Entscheidung stellen. Kehrt die ältere Generation zurück oder nicht? Wer betreut die alten Eltern hier oder dort? Wie geht es weiter?
Yusuf Yeşilöz dokumentiert in seinem Film die Zerrissenheit zwischen hier und dort, welche die Lebensgeschichten der Porträtierten prägt. Letztlich muss jedoch jeder Migrant und jede Migrantin eine eigene Lösung finden. Der Film wird nach seiner Uraufführung in verschiedenen Kinos zu sehen sein. Im Anschluss diskutieren die Zuschauerinnen und Zuschauer die Fragen, die sich in diesem andauernden Dilemma immer wieder Neuem stellen, den Film. Gemeinsam suchen sie nach gangbaren Wegen.

Projektkoordination
Franziska Reck
info@reckfilm.ch

Uraufführung Januar 2012: www.solothurnerfilmtage.ch

Diaspora und Friedensförderung

Trägerschaft: CAUX – Initiativen der Veränderung

„CAUX – Initiativen der Veränderung“ ist eine gemeinnützige Stiftung mit Fokus Konfliktprävention, Friedensförderung, Interkultureller Dialog, Wirtschaftsethik und Vertrauensbildung. In den Augen der Stiftung ist der Einbezug von Migrantinnen und Migranten in das gesellschaftliche Leben eine Notwendigkeit. Die Konferenz, welche im Juli 2011 zum Thema „Gemeinsam Vielfalt leben – Diaspora und Friedensförderung“ stattfindet, legt den Schwerpunkt auf die gesellschaftspolitischen Partizipationsmöglichkeiten von Diaspora-Gemeinschaften in der Schweiz. Sie beleuchtet deren Beitrag zur Gestaltung einer offenen und kulturell vielfältigen Gesellschaft. Die einwöchige Konferenz ermöglicht den Austausch von erfolgreichen Praxisbeispielen. Ziel ist es, die Teilnehmenden in ihrer Kompetenz der Meinungsbildung und Willensäusserung zu stärken. Gleichzeitig findet eine vertiefte Auseinandersetzung mit den demokratischen Prinzipien und Grundrechten statt. Um die Diasporagemeinschaften längerfristig zu unterstützen, sind im Anschluss an die Konferenz weitere Angebote in den Bereichen Mediation, Begleitung, Vertrauensbildung, Dialogführung und Empowerment geplant.

Projektkoordination
Nina Frei
nina.frei@caux.ch

Jublaplus national

Trägerschaft: Bundesleitung Jungwacht Blauring Schweiz, Luzern

Bisher sind Personen mit Migrationshintergrund und Personen aus der Unterschicht im Verband der Jungwacht Blauring Schweiz (Jubla) nur marginal vertreten. Mit dem Projekt wird ein mittel- und langfristiger Öffnungsprozess der Verbandsstrukturen eingeleitet. In zehn Pilotprojekten in Deutschweizer Gemeinden wird die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und aus der Unterschicht an Jubla-Aktivitäten gezielt gefördert. Niederschwellige Angebote sollen den Zugang zu den Freizeitaktivitäten erleichtern. Dabei wird eine Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit angestrebt. Mit dem offenen Angebot sollen die Kinder zum Mitmachen in den Jugendgruppen des Verbands begeistert werden. In den partizipativen Verbandstrukturen lernen die Kinder, sich zu aktiven Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Sie werden ermutigt im Verband und in der Gemeinde Verantwortung zu übernehmen. Das Pilotprojekt dient dazu, Erfahrungen zu sammeln, wie die Zielgruppe erreicht werden kann. Auf diesen Erfahrungen aufbauend, soll eine Verbandspraxis entwickelt und die Verbandstrukturen nachhaltig geöffnet werden.

Projektkoordination
Martin Kathriner
martin.kathriner@jubla.ch

"Une ville multiple, une citoyenneté commune”

Trägerschaft: Bureau Lausannois pour l’intégration des immigrés, Lausanne

Im Kanton Waadt wurden 2003 das Stimmrecht sowie das aktive und passive Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf kommunaler Ebene eingeführt. Das Projekt „une ville multiple, une citoyenneté commune” will die politische Partizipation der stimm- und wahlberechtigten Ausländerinnen und Ausländer in Lausanne verbessern. Anhand einer breiten Palette von Massnahmen finden in fünf Quartieren mit hohem Ausländeranteil Informationsanlässe statt, welche die politischen Institutionen erklären und Mitbestimmungsmöglichkeiten aufzeigen. Um die Zielgruppe zu erreichen, wird eng mit der lokalen Bevölkerung zusammengearbeitet. Es werden unterschiedliche Informationskanäle genutzt. Eine Kampagne mit Kinowerbung, Postkartenaktionen und Plakaten ergänzt die persönliche Informationsarbeit. Ausserdem bieten verschiedene Führungen Gelegenheit, zentrale öffentliche Institutionen besser kennen zu lernen. Dabei werden die Aufgaben und Arbeitsweisen der Institutionen erklärt und deren Einbettung in das politische Umfeld erläutert. Ein weiteres zentrales Element des Projekts sind die „café politiques“. Dazu werden in den Quartieren politische Diskussionen zu den Themen Integrationspolitik der Stadt, Arbeitspolitik, berufliche Integration, Demokratie, Wohnungs- und Kleinkindpolitik organisiert.

Projektkoordination
Pierre-Antoine Schorderet
bli@lausanne.ch

Ateliers “Nous aussi on vote”

Trägerschaft: Commission Consultative Suisses immigrés, Yverdon-les Bains

Im Kanton Waadt wurden 2003 das Stimmrecht sowie das aktive und passive Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf kommunaler Ebene eingeführt. Untersuchungen haben ergeben, dass bei den neuen Stimmberechtigten das Bedürfnis besteht, in die Formen der politischen Partizipation eingeführt zu werden. Die „Commission Consultative Suisses Immigrés“ startet daher ein Pilotprojekt zur Förderung der Stimm- und Wahlbeteiligung der Ausländerinnen und Ausländer, der neu eingebürgerten Personen und der jungen Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Yverdon-les-Bains. Acht Animatorinnen und Animatoren, die  durch eine Fachperson der pädagogischen Hochschule des Kantons Waadt (HEP) dafür geschult wurden, organisieren Ateliers, in welchen sie praxisorientiertes Wissen und zentrale theoretische Aspekte der politischen Landschaft der Schweiz vermitteln. Die Zusammenarbeit zwischen der HEP und den Animatorinnen und Animatoren sichert einerseits die Erreichbarkeit der Zielgruppen und andererseits eine Wissensvermittlung nach aktuellen wissenschaftlichen und pädagogischen Erkenntnissen. Stösst das Projekt auf gute Resonanz, kann es als Modell für zukünftige Projekte auf weitere Zielgruppen ausgeweitet werden.

Projektkoordination
Katja Blanc
Katja.blanc@yverdon-les-bains.ch

Communes sympas

Trägerschaft: Bureau de l’intégration et de prévention du racisme, Fribourg

Das Projekt „Communes sympas“ ist eine Weiterentwicklung des im Jahr 2009 mit dem Schweizer Integrationspreis gekrönten Projekts „Marly sympa“, welches davon ausgeht, dass die aktive Beteiligung der Wohnbevölkerung am Gemeinwesen die Lebensqualität in der Gemeinde erhöht. Das Projekt geht vom Grundsatz aus, dass Integration ein gegenseitiger Prozess ist, der alle Akteure aus Politik und Zivilgesellschaft betrifft und vor Ort geschehen muss. Es sieht deshalb vor, das Konzept von Marly weiter zu entwickeln und in fünf weiteren Gemeinden des Kantons Freiburg umzusetzen. Ein zentrales Element des Projekts ist die gemeindeübergreifend organisierte Schulung von „Agents sympa“, sogenannten Botschaftern und Vermittlerinnen zwischen Gemeinde und Bevölkerung. Die „Agents“ sind Personen aus der lokalen Bevölkerung, die bereit sind, sich aktiv für das Zusammenleben in der Gemeinde zu engagieren. Dazu erhalten sie die nötige Schulung, Coaching und begleiteten Erfahrungsaustausch. Ausserdem unterstützt eine Begleitgruppe die Gemeinden und „Agents“ bei der Umsetzung von Aktivitäten. Die Gesamtkoordination und das Monitoring dieser Zusammenarbeit übernimmt das Büro des kantonalen Integrationsdelegierten. Unterstützt wird es durch die Haute Ecole Fribourgeoise de travail social (HEF), welche das Projekt begleitend evaluiert.

Projektkoordination
Bernard Tétard
TetardB@fr.ch

Integrations-Plattform

Trägerschaft: Fachstelle Integration und Integrationskommission, Biel

Vor vier Jahren stimmte der Gemeinderat der Stadt Biel der Schaffung von städtischen Integrationsstrukturen zu. Aufgrund dieses Beschlusses wurde die bereits bestehende Fachstelle Integration ausgebaut. Zudem wurden verschiedene Fachgremien ins Leben gerufen. Die Evaluation dieser Strukturen ergab, dass die Gremien zwar in direktem Kontakt mit den Behörden bzw. der Migrationsbevölkerung stehen. Die Verbindung zwischen den Gremien wird jedoch hauptsächlich durch die Fachstelle Integration gewährleistet.

Um die Vernetzung zwischen den etablierten Gremien zu verbessern, wurde die Idee einer Integrations-Plattform lanciert. Auf Einladung der Integrationskommission der Stadt Biel diskutierten Migrantinnen und Migranten, Parlamentarier und Mitglieder der Stadtregierung und Behörden im Rahmen der Integrations-Plattform die Frage, wie die Integrationspolitik der Stadt künftig auszugestalten sei (initiieren). Im Anschluss an diese Plattform vertieften verschiedene Arbeitsgruppen die zentralen Themen aus der Diskussion und  erarbeiten einen Katalog mit konkreten Massnahmen (etablieren). Anlässlich der geplanten, jährlich stattfindenden Integrations-Foren, werden die geknüpften Beziehungen gefestigt und die Bemühungen kontinuierlich fortgesetzt (konsolidieren).

Projektkoordination
Bettina Bergner
bettina.bergner@biel-bienne.ch

Teilnehmen – Teilhaben: Politisches Mentoring mit Migrantinnen

Trägerschaft: cdf – Christlicher Friedensdienst

Das Projekt „Teilnehmen und Teilhaben“ setzt sich zum Ziel, die Partizipation von Migrantinnen zu fördern. Kernaktivität ist das von September 2010 bis August 2011 laufende Mentoringprojekt. Der cdf unterstützt 15 Frauen mit Migrationshintergrund in ihrem Bestreben, sich politisch zu engagieren. Dazu werden einerseits Workshops organisiert, in welchen sich die Teilnehmerinnen über politische Institutionen, Prozesse und Mechanismen weiterbilden. Andererseits eröffnet ihnen der cdf die Möglichkeit, sich im politischen Umfeld zu vernetzen. Für eine möglichst effektive Informations- und Netzwerkarbeit organisiert der cdf eine Mentorin für jede Teilnehmerin. Die Mentorinnen verfügen über Erfahrung in politischer Partizipation, sind politisch aktiv und stellen ihr Netzwerk zur Verfügung, indem sie die Teilnehmerinnen in ihrem Streben zur aktiven Bürgerschaft unterstützen. Dazu werden sie an den Aktivitäten ihrer Mentorin beteiligt, können von ihrer Erfahrung profitieren und sich ein politisches Netzwerk erschliessen. Eine Gruppe mit Fachfrauen aus den Bereichen Migration, Partizipation und Gleichstellung begleitet das Projekt. Die gesellschaftspolitische Integration der Migrantinnen sowie die Bekanntmachung des Projekts werden durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.

Projektkoordination
Theodora Leite Stampfli
theodora.leite@cfd-ch.org

Menschenrechtsbildung im Bereich von Sprach- und Integrationskursen

Trägerschaft: Humanrights.ch / MERS

Im Hinblick auf die Integrationsförderung von Zugewanderten nehmen Kursleitende eine wichtige Multiplikatorenrolle ein. Neben der Sprachvermittlung wird ihnen die anspruchsvolle Aufgabe übertragen, Zugewanderten die lokalen Kommunikations- und Interaktionsformen zu vermitteln. Das vorliegende Projekt will Kursleitende befähigen, in ihren Sprach- und Integrationskursen das Thema der Grund- und Menschenrechte aufzugreifen. Sie sollen angeleitet werden, Menschenrechtsthemen auf die Zielgruppe auszurichten und diese in einer einfachen Sprache in ihre eigenen Kurse einzubringen. Anhand eines praxisnahen Zuganges zu Menschenrechtsthemen soll ihnen das nötige inhaltliche und didaktische Wissen vermittelt werden. In einem ersten Schritt wurden themenspezifische Materialen zu einigen auf die Schweiz bezogenen Menschenrechtsthemen entwickelt und entsprechende Unterrichtshilfen erarbeitet. Diese Materialien wurden in einem zweiten Schritt in einer Weiterbildung für Kursleitende getestet, evaluiert und wo nötig angepasst. Die Auswertung hat gezeigt, dass die Absolventinnen und Absolventen des Kurses über die Fähigkeiten verfügen, um das Thema in den Unterricht einzubauen und damit die Verbreitung in die Bildungspraxis zu ermöglichen. Das Pilotprojekt ist erfolgreich abgeschlossen. Entsprechende Materialien für Kursleitende können bei MERS bestellt werden.

Projektkoordination
Isabel Brändli
isabel.braendli@humanrights.ch

Programm Schulprojekte für Menschenrechte

Trägerschaft: Stiftung Bildung und Entwicklung

Anlässlich des UNO-Jahres des Menschenrechtslernens lancierte die Stiftung Bildung und Entwicklung SBE ein mehrjähriges Programm für Schulprojekte. Schulen, die sich mit dem Thema Menschenrechte vertieft auseinandersetzen wollen, können sich an diesem Programm beteiligen und für ihre Aktivitäten finanzielle Unterstützung beantragen. In den Projekten werden verschiedene Aspekte der Menschenrechte zueinander in Bezug gesetzt. Dies ermöglicht es, Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu erkennen und sich mit verschiedenen Wertehaltungen auseinanderzusetzen. Die Stiftung Bildung und Entwicklung ist für die operationelle Umsetzung dieses Programmes verantwortlich, sie prüft und genehmigt Projekte. In der Abwicklung von Gesuchen hat die SBE langjährige Erfahrung. Im Rahmen des Programms werden die beteiligten Schulen durch die Regionalstellen der SBE beraten und begleitet. Zudem bietet die Stiftung ein Online-Lehrmittel zum Thema "menschliche Sicherheit“ und Good-Practice-Beispiele an. Für die Lancierung des Programms war ein gezieltes Marketing geplant. Das Programm wird durch verschiedene nationale Stellen unterstützt.

Projektkoordination
Jürg Schertenleib
Juerg.Schertenleib@globaleducation.ch

Académie des quartiers, une école citoyenne

Trägerschaft: Institut suisse pour l’empowerment éthique – ISEE

Die Quartiersakademie, ein Bildungsprojekt für junge Bürgerinnen und Bürger zwischen 12 und 26 Jahren, ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins ISEE. Das Projekt will junge Menschen für Gesellschaftsfragen sensibilisieren und sie motivieren, sich einzubringen und mitzuentscheiden. In den Diskussionen geht es sowohl um Fragen der Menschenrechte, der Demokratie, der gesellschaftlichen Vielfalt, der nachhaltigen Entwicklung wie auch um das Ausloten der Möglichkeiten des aktiven, selbstbestimmten Mitgestaltens in Gesellschaft, Politik und im Berufsleben. Das andere Arbeits- und Lernumfeld soll es jungen Menschen ermöglichen, bereits erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen und diese in individuelle oder gemeinschaftliche Projekte einzubringen. Der Pilot wird im Kanton Freiburg durchgeführt. Die entwickelten Module werden in Zusammenarbeit mit Organisationen der Jugendarbeit vor Ort getestet, evaluiert und angepasst. Danach soll das Konzept der Quartierakademie von weiteren Kantonen und Gemeinden übernommen werden. Der Verein sucht die Zusammenarbeit mit anderen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, insbesondere mit Organisationen, die sich für die Millenniumsentwicklungsziele der UNO einsetzen.

Projektkoordination
Corinne Ziegler
corinne.ziegler@isee-projects.org

albinfo.ch

Trägerschaft: Verein albinfo.ch

Das Projekt Albinfo.ch beabsichtigt, eine professionelle Internetplattform aufzubauen und zu bewirtschaften. Albanisch-, deutsch- und französischsprachige Personen in der Schweiz und im Kosovo können sich auf politisch und konfessionell neutrale Weise informieren und sich an Diskussionen beteiligen. Dieses transnational ausgerichtete Integrationsprojekt verfolgt drei Ziele: Erstens fördert es die soziale Eingliederung der albanischsprachigen Bevölkerung, die in der Schweiz lebt oder früher einmal in der Schweiz gelebt hat, zweitens geht es auf die spezifischen Informations- und Dienstleistungsbedürfnisse der albanischsprachigen Bevölkerung ein, indem es Themen aus den Herkunftsländern und der Schweiz aufnimmt, und drittens befähigt es die albanischsprachige Bevölkerung sowohl in den Herkunftsländern als auch in der Schweiz, eine wichtigere Rolle in Integrations- und Entwicklungsprozessen zu spielen. Eine spezielle Rubrik zum Thema der aktiven politischen Meinungsbildung und Partizipation in der Schweiz enthält Informationen zur Schweizer Politik und zu den politischen Rechten im engen und im weiteren Sinn. Sie enthält Porträts von Politikerinnen und Politikern, virtuelle Foren und Umfragen zu politischen Themen. Das Projekt wird durch Beiträge der DEZA und der EKM mitfinanziert.

Projektkoordination
Bashkim Iseni
info@albinfo.ch

Teilhaben statt geteilt sein

Trägerschaft: Hochschule für Soziale Arbeit – Kompetenzzentrum Migration und Entwicklungszusammenarbeit

Das Projekt besteht aus zwei Teilprojekten. Der erste Teil umfasst eine Machbarkeitsstudie. Im Rahmen dieser Studie sollen ein Kanton und mindestens eine Gemeinde gefunden werden, welche in Bezug auf ihre Beschäftigungspolitik einen Veränderungsprozess anstreben. Innerhalb der jeweiligen Verwaltungen werden die Entscheidungsträger bestimmt. In Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen werden strategische Massnahmen entwickelt. Ziel ist ein konsequentes "Diversity Mainstreaming" in der öffentlichen Verwaltung. Die Verwaltungsangestellten sollen sensibilisiert und geschult werden. Die erworbenen transkulturellen Kompetenzen erleichtern ihnen den Kontakt mit der Bevölkerung. Daneben sollen Gefässe geschaffen werden, die es Migrantinnen und Migranten erlauben, ihre Bedürfnisse und Meinungen einzubringen und über Fragen zu entscheiden, die sie betreffen. Die Massnahme "Teilhaben" geht in diesem Sinne Hand in Hand mit "Teilhaben lassen".

Projektkoordination
Rebekka Ehret
rebekka.ehret@hslu.ch

Global Town Baden – Porträts aus einer urbanen Region

Trägerschaft: Historisches Museum Baden

Vom September 2010 bis Januar 2011 zeigt das Historische Museum Baden die Ausstellung "Global Town Baden – Porträt einer urbanen Region". Kern der Ausstellung sind 30 Videoporträts von Bewohnerinnen und Bewohnern Badens und Umgebung. Die einen sind Zugewanderte, die erzählen, woher sie kommen, wie sie sich in Baden eingelebt haben und wie sie sich am gesellschaftlichen und politischen Leben ihres neuen Wohnorts beteiligen oder beteiligen möchten. Die anderen sind Einheimische, die in Baden und Umgebung aufgewachsen sind und regen Kontakt zu Fremden haben und hatten. Das Projekt verfolgt einen partizipativen biografischen Ansatz: Als Bürger mit und ohne Wahl- und Stimmrecht werden die Portraitierten mit Fragen konfrontiert, die für sie als Partizipierende am Gemeinwesen von Bedeutung sind. In Zusammenarbeit mit der Fachstelle Integration der Stadt Baden finden während der Ausstellung Forumsveranstaltungen statt. Ausgehend von den Aussagen in den Videoportraits werden Fragen der Partizipation an politischen Prozessen auf kommunaler und kantonaler Ebene diskutiert. Im Anschluss an die Ausstellung soll das Forum in der Gemeinde Baden fest verankert werden und der ausländischen Bewohnerschaft Möglichkeiten der politischen Partizipation eröffnen.

Projektkoordination
Barbara Welter
barbara.welter@baden.ag.ch

Risiedo dunque (ci) sono

Trägerschaft: commune di Chiasso, culture in movimento

Das Projekt der Gemeinde Chiasso will eine vertiefte Diskussion zu Demokratie und zu demokratischen Rechten initiieren. Die Gemeinde weist einen Ausländeranteil von 42 Prozent auf. Davon hat ein Grossteil mehrheitlich in der Gemeinde gelebt oder ist sogar dort geboren worden. Das Projekt will die Diskussion zur demokratischen Repräsentativität der Ausländerinnen und Ausländer und zu den demokratischen Rechten und Formen in Arbeitsgruppen vertiefen. Die Vorschläge sollen von den Gemeindebehörden geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt werden. In Kursen sollen sich Migrantinnen und Migranten die Grundregeln des politischen Systems aneignen können. Zudem will die Gemeinde Chiasso ein Ausländerforum einrichten. Dieses soll nach der Pilotphase, mit den nötigen Kompetenzen und Instrumenten ausgestattet, in die Regelstrukturen überführt werden.

Projektkoordination
Commune di Chiasso
Servizi e attività sociali
Piazza Bernasconi 1
6830 Chiasso

Andrea Banfi
andrea.banfi@chiasso.ch

FIMM – Forum Integration

Trägerschaft: Forum für die Integration der Migrantinnen und Migranten FIMM

Das Modellvorhaben "Forum für Integration" nutzt die bisherigen Erfahrungen des FIMM. Es kombiniert diese mit den Erkenntnissen über die Wirksamkeit von Migrantennetzwerken für die Integration. Als Akteure der Zivilgesellschaft setzten sich die Mitglieder des FIMM aktiv mit den sozialen, ökonomischen, religiösen, politischen und kulturellen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Menschenrechte auseinander. Basisnah fördert das FIMM die Vernetzung, den Austausch und die Auseinandersetzung mit migrations- und integrationsrelevanten Themen. Im Sinne eines gegenseitigen Verständnisses wendet sich das FIMM sowohl an Migrantenorganisationen als auch Schweizer Institutionen. Das Projekt wird von ehrenamtlich tätigen, engagierten Migrantinnen und Migranten getragen. Thematische Arbeitsgruppen diskutieren vielfältige Fragestellungen und entwickeln Umsetzungsvorschläge. Aus der Arbeit dieser Gruppen resultieren diverse Produkte: Newsletter, Thesenpapiere, Stellungnahmen zu aktuellen Fragen im Bereich der Migration und Integration, Marketing- und Kommunikationskonzepte.

Projektkoordination
Jasmina Causevie
jasmina.causevie@fimm.ch

Droit civique et intégration (Charte)

Trägerschaft: Service de la cohésion multiculturelle

Um die aktive Ausübung der Bürgerrechte zu begünstigen und das Verständnis für deren Grundlagen zu verbessern, hat der Kanton Neuenburg eine Charta mit den Rechten und Pflichten der Bürgerinnen und Bürger erarbeitet. Diese Charta überreicht der Kanton allen Neuzuziehenden: Schweizerinnen und Schweizern und auch Ausländerinnen und Ausländern. Die Charta ist in einer gut verständlichen Sprache geschrieben und in mehreren Sprachen verfügbar. Sie erklärt die Grundsätze der demokratischen Organisation des Kantons und der Schweiz, ermutigt Neuzuziehende, ihre Bürgerrechte auszuüben und macht sie auf die zu respektierenden verfassungsrechtlichen Vorschriften aufmerksam. Nun soll die Charta mittels eines 17-teiligen Massnahmenpakets in den Gemeinden implementiert werden. So sollen beispielsweise Verwaltungsangestellte oder Kursleitende von Sprach- und Integrationskursen zielgruppengerecht geschult werden. Die entwickelten Instrumente sollen auch anderen interessierten Kantonen zur Verfügung stehen. Eine externe Evaluation wird das Konzept, die Umsetzung und die Wirksamkeit des Projekts prüfen.

Projektkoordination
Ingela Geith-Chauvière
ingela.geith-chauviere@ne.ch

Politische Partizipation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Trägerschaft: SAJV

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV möchte sich stärker als bis anhin im Bereich der transkulturellen Arbeit engagieren. Sie möchte Jugendliche mit Migrationshintergrund ermuntern, die Kinder- und Jugendpolitik der SAJV mitzugestalten. Innerhalb der SAJV sollen die Strukturen angepasst und Angebote entwickelt werden, damit jugendliche Migrantinnen und Migranten sowie deren Organisationen Zugang erhalten. Sie sollen sowohl in den Gremien als auch in den Projekten der SAJV eine aktive Rolle übernehmen. Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes werden drei Module entwickelt und umgesetzt. 1) Das Modul „interne Massnahmen“ überprüft bestehende Strukturen und passt sie an, damit der Zugang für die Zielgruppen verbessert wird; 2) Das Modul „Empowerment“ orientiert sich an den Bedürfnissen seiner Mitglieder. Es bietet ihnen Orte der Sensibilisierung, der Schulung, des Austauschs und der Begegnung; 3) Im Modul „Pilote“ werden Projekte lanciert, welche es der SAJV erlauben, Fachwissen zu generieren. Das Projekt ‚Vaieta’ soll modellhaft aufzeigen, wie Jugendorganisationen geöffnet werden können. Das Projekt ‚Speak-out’ soll es unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden ermöglichen, mit politischen Instanzen und Gleichaltrigen in Kontakt zu treten.

Projektkoordination
Emilie Graff
emilie.graff@csaj.ch

Zusammenleben in der Schweiz

Trägerschaft: Forschungsinstitut GFS

Das Projekt "Zusammenleben in der Schweiz" will in Form einer regelmässig durchzuführenden Umfrage eruieren, wie das Zusammenleben in der Schweiz sowohl von der schweizerischen als auch von der ausländischen Bevölkerung wahrgenommen wird. 2008 erfolgte ein Vorlauf, aufgrund dessen der Fragebogen angepasst wurde. Ziel der vorliegenden Vorstudie „Umfrage Zusammenleben in der Schweiz“ ist es nun, die Befragung dreimal (2010, 2012, 2014) in deutscher als auch in französischer und italienischer Sprache durchzuführen. Befragt werden jeweils 1000 Schweizerinnen und Schweizer sowie 700 Ausländerinnen und Ausländer. Die geplanten Face-to-Face-Interviews haben eine Gesamtlänge von 50 Minuten. Über jede Durchführung sowie über die gesamten drei Durchführungen werden Berichte erstellt, welche die Befragungsergebnisse festhalten und analysieren. Aufgrund der Auswertungen sollen die Grundlagen geschaffen werden, die es erlauben, über eine langfristige Einführung des Befragungsinstruments zu entscheiden.

Projektkoordination
Claude Longchamp
claude.longchamp@gfsbern.ch

baloti.ch

Trägerschaft: Zentrum für Demokratie Aarau

Ein interdisziplinäres Team des Zentrums für Demokratie Aarau erstellt für die in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung eine mehrsprachige Online-Plattform. Diese soll es auch Ausländerinnen und Ausländern ermöglichen, aktiv am politischen Leben in der Schweiz teilzunehmen. Innovativ ist dieses Projekt deshalb, weil parallel zu den real stattfindenden nationalen Abstimmungen, an denen lediglich Schweizer Staatsangehörige teilnehmen können, per Internet die Meinungsäusserung für die gesamte Bevölkerung möglich wird. Hier können auch Ausländerinnen und Ausländer in den jeweiligen Muttersprachen an sechs Abstimmungen und an den nationalen Wahlen ihre Meinung zu aktuellen politischen Fragen äussern. Die Online-Plattform bietet Informationen über die Abstimmungen (Inhalt, Pro/Contra, Initiatoren, Abstimmungsempfehlungen) sowie staatskundliches Hintergrundwissen. Die Nutzerdaten und die Daten einer parallelen Online-Befragung werden durch ein Forschungsteam ausgewertet und analysiert.

Auf der Plattform baloti.ch kann direkte Demokratie in 11 verschiedenen Sprachen geübt werden.

Projektkoordination
Uwe Serdült
uwe.serdult@zda.uzh.ch

«contakt-citoyenneté»

Trägerschaft: Migros-Kulturprozent  und Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM)

« contakt-citoyenneté », so heisst das zweijährige Förderprogramm, welches das Migros-Kulturprozent und die EKM gemeinsam starten. Dieses Programm will innovative Ideen im Migrations- und Integrationsbereich fördern, die aus freiwilligem und zivilgesellschaftlichem Engagement hervorgehen. Einheimische und Zugewanderte werden bei der Umsetzung ihrer Ideen gleichermassen unterstützt und werden sich so ihrer Tatkraft bewusst. Die von « contakt-citoyenneté » ausgewählten Ideen werden für die Realisierung finanziell unterstützt. Wünschen dies die Projektverantwortlichen, dann werden die Projekte fachlich beraten und begleitet.
Gefördert werden Projekte von Einzelpersonen mit oder ohne Migrationshintergrund, von Personengruppen, Vereinen und Migrationsgemeinschaften, welche sich freiwillig dafür einsetzen, das interkulturelle Zusammenleben zu begünstigen. Die Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch Personen und Gruppen einbeziehen, die sonst nur schwierig zu erreichen sind.

Projektkoordination
Luzia Kurmann
luzia.kurmann@mgb.ch

«Exil-Citoyenneté. Repenser l’exil pour être citoyen lucide»

Trägerschaft: Collège International de Philosophie

Getragen wird das Projekt durch das Collège International de Philosophie. Dieses 1983 gegründete Collège hat sich zum Ziel gesetzt, die Zivilgesellschaft stärker in die philosophische Reflexion zeitgenössischer Themen einzubeziehen. Aufgrund einer zunehmenden Fragmentierung der Gesellschaft, der Abgrenzung gegenüber dem Anderen, dem Fremden und sozial Schwächeren, sowie der fortschreitenden Auflösung sozialer Rechte, beabsichtigt das Projekt, den Begriff des Exils neu zu denken. Anstatt diesen an die Idee des Fremden zu knüpfen, wird aufgeworfen, ob nicht alle im in einem gewissen Sinn im Exil leben. Dabei zielt das Projekt auf die Dekonstruktion gängiger Vorstellungen hin. Es ermuntert zur kritischen Reflexion und regt zu einem neuen sozialen Bewusstsein an.
Angeboten werden Seminare und Studientage, es finden Podiumsdiskussionen, Gespräche in Lesegruppen und weitere Aktivitäten statt. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Damit soll eine breite Öffentlichkeit angesprochen und die Öffnung und Demokratisierung des Wissens gefördert werden. Die meisten Aktivitäten finden in Genf statt, das Projekt ist jedoch über nationale Grenzen hinweg vernetzt.

Projektkoordination
Prof. Marie-Claire Caloz-Tschopp
mccaloz.tschopp@gmail.com

«La citoyenneté, ça s’apprend»

Trägerschaft: Bureau lausannois pour l’intégration des immigrés (BLI)

«La citoyenneté, ça s’apprend» knüpft an die Erfahrungen der Kampagne «Votre Ville, Votre Vie, Votre Voix» von Dezember 2010 bis März 2011 an. Mit dieser Kampagne wollte das «Bureau lausannois pour l’intégration des immigrés» die schweizerische und ausländische Bevölkerung informieren und ermuntern, an den Gemeindewahlen im März 2011 teilzunehmen. Trotz der Bemühungen war die Partizipation an diesen Wahlen tief. Um dem Desinteresse entgegenzuwirken, entwickelte die Stadt Lausanne ein umfassendes Programm, welches die Bevölkerung über seine politischen Rechte informiert und ihre Teilhabe am öffentlichen Leben verbessert. Angesprochen ist die ausländische Stimmbevölkerung ebenso wie 18-Jährige, welche das Stimmrecht gerade erst erhalten haben. «La citoyenneté, ça s’apprend», ist der erste Teil dieses Programms: Eine Broschüre und ein Wanderbus informieren vor jeder Abstimmung über die politischen Rechte, ein Film zeigt auf, wie diese ausgeübt werden können, und ein Kalender gibt Auskunft darüber, wann und wo die verschiedenen Aktivitäten stattfinden. Eingesetzt werden diese Instrumente an verschiedenen Sensibilisierungsveranstaltungen der Kampagne, welche bis Ende 2016 durchgeführt wird.

Projektkoordination
Anna Andreiuolo
anna.andreiuolo@lausanne.ch